Brüssel/Rom. Die Europäische Union hat ihre Besorgnis über den militärischen Einsatz der Vereinigten Staaten in internationalen Gewässern des Pazifiks und der Karibik geäußert. In den letzten Wochen kam es dort zu Angriffen auf Boote, die Washington des Drogenhandels verdächtigte.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas verwies auf das Völkerrecht, das den Einsatz militärischer Gewalt nur zur Selbstverteidigung oder auf Grundlage einer Resolution des UN-Sicherheitsrats erlaubt. Auch EU-Kommissarin Hadja Lahbib betonte, die EU beobachte die Lage genau, da die maritime Sicherheit in dieser Region für die Stabilität des gesamten amerikanischen Kontinents entscheidend sei. In diesem Zusammenhang äußerte Lahbib die Hoffnung, dass die derzeit stattfindende EU-CELAC-Gipfelkonferenz in Santa Marta, Kolumbien, dazu beitragen werde, einen konstruktiven Dialog zu fördern und die Spannungen zwischen Venezuela und den USA zu entschärfen.
In einem virtuellen Treffen mit Medien aus Lateinamerika und der Karibik unterstrichen EU-Vertreter:innen, dass der Kampf gegen das organisierte Verbrechen nur unter Einhaltung des Völkerrechts sowie im Respekt vor der territorialen Integrität und Souveränität der Staaten geführt werden dürfe. Brüssel verfolge die militärischen Aktivitäten der USA aufmerksam und bewerte deren Auswirkungen "in all ihren Dimensionen".
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Die EU rief zu Dialog und Deeskalation auf und stellte klar, dass Sicherheitspolitik nicht auf militärische Aktionen reduziert werden dürfe. Stattdessen setzt sie auf eine umfassende Strategie, die internationale Kooperation, evidenzbasierte Gesetzgebung und operative Maßnahmen auf mehreren Ebenen kombiniert, um die Strukturen und Geschäftsmodelle transnationaler krimineller Organisationen wirksam zu zerschlagen. Abschließend hieß es, dass Souveränität, Recht und internationale Zusammenarbeit die Grundlage einer stabilen und gerechten Ordnung bleiben müssten. Dies schließe die Bekämpfung des organisierten Verbrechens und globalen Drogenhandels nicht aus.
Auch Papst Leo XIV äußerte sich zu den Vorfällen in der Karibik. Er erklärte, dass Staaten zwar das Recht hätten, militärische Mittel im Dienst des Friedens einzusetzen, in diesem Fall jedoch etwas anderes geschehe. Die Spannungen nähmen zu, betonte er, und schloss mit den Worten: "Mit Gewalt gewinnen wir nicht. Wir müssen den Dialog suchen."

