Totonicapán/Guatemala-Stadt. Die im April festgenommenen ehemaligen Vorstandsmitglieder der 48 Kantone, Luis Pacheco und Héctor Chaclán, haben in einem Brief aus der Haft ihre Grüße an die Völker Guatemalas übermittelt und Gerechtigkeit gefordert. In dem Brief hieß es: "Wir haben nun acht Monate unserer Freiheit beraubt in einem bösartigen, repressiven, rachsüchtigen und vor allem ungerechten Prozess verbracht." Pacheco und Chaclán senden ihre Grüße an "unsere Völker, Maya, Garífuna, Xinca und Mestizen, das am 24. Dezember die Geburt von Gottes Sohn in den Herzen aller ist, dass das Volk sich vereinigt in Gebeten und bei Gott um Gerechtigkeit bittet, dass die Justiz nicht selektiv, sondern objektiv sei… Wir dienen dem Volk von Totonicapán und bleiben im Widerstand für unsere Familien, für Guatemala, für eine bessere Zukunft unserer Kinder."
Pacheco und Chaclán gehörten 2023 während der Straßenblockaden gegen den "technischen Staatsstreich" zum Vorstand der indigenen Verwaltungsstruktur 48 Kantone in Totonicapán, Pacheco als Präsident und Chaclán als Finanzverantwortlicher. Als nach dem Wahlsieg von Bernardo Arévalo im August 2023 der sogenannte "Pakt der Korrupten" mit verschiedenen juristischen Maßnahmen versuchte, dessen Amtsantritt zu verhindern, hatten die 48 Kantone ab dem 2. Oktober 2023 Straßen blockiert. Diese weiteten sich zu einer landesweiten friedlichen Volkserhebung aus. Arévalo konnte im Januar 2024 sein Amt antreten. Die Generalstaatsanwaltschaft unter Consuelo Porras und die Justiz blieben aber unter der Kontrolle des "Paktes der Korrupten". Pacheco und Chaclán wurden im April 2025 festgenommen (amerika21 berichtete), vorgeworfen wird ihnen unter anderem Terrorismus und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
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Ende August wurde auch der ehemalige indigene Bürgermeister Esteban Toc aus Sololá verhaftet (amerika21 berichtete). Das Departamento war neben Totonicapán zentral am Widerstand beteiligt. Toc, der an mehreren chronischen Krankheiten leidet, wurde wenige Tage später gegen Zahlung einer Kaution in den Hausarrest entlassen.
Im Fall von Pacheco und Chaclán wurde erst am 19. Dezember die richterliche Anhörung, in der es um eine mögliche Entlassung in den Hausarrest gehen sollte, verschoben. Die ultrarechte Fundación Contra el Terrorismo (FCT) hatte einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Arnulfo Rocael Carrera Dávila gestellt, laut FCT unterhalte dieser "enge Freundschaft" zu den Angeklagten. Damit könnte auch der nächste reguläre Verhandlungstermin am 16. Januar verschoben werden. Beobachter des Verfahrens hatten im August, nach der Festnahme von Toc, gegenüber amerika21 die Befürchtung geäußert, die Angeklagten könnten Jahre in Untersuchungshaft verbleiben, ohne dass es zu einem ordentlichen Verfahren kommt.


