Havanna. Die kubanische Regierung hat für Donnerstag die Rückführung der sterblichen Überreste von 32 Militärangehörigen angekündigt, die bei den US-Angriffen am 3. Januar in Venezuela ums Leben gekommen sind.
Die Leichname der Soldaten sollen am Donnerstagmorgen am internationalen Flughafen José Martí in Havanna eintreffen, wo sie mit militärischen Ehren empfangen werden, wie aus einer Mitteilung der Regierung vom Dienstag hervorgeht. Anschließend werden sie über die Avenida Rancho Boyeros zum Sitz des Ministeriums für die Revolutionären Streitkräfte (Minfar) in der Nähe der Plaza de la Revolución gebracht. Entlang der Strecke sollen Bürger zu beiden Seiten der Straße ihren Respekt erweisen.
Ab 10 Uhr am Donnerstag wird die Bevölkerung Zugang zum Gebäude des Verteidigungsministeriums erhalten, wo die Verstorbenen aufgebahrt werden. Am Freitag um 7:30 Uhr soll eine Versammlung an der "antiimperialistischen Tribüne José Martí" beginnen, einem Platz gegenüber der US-Botschaft bei Havannas Uferpromenade Malecón. Von dort aus startet eine Demonstration als "Marsch des kämpfenden Volkes", wie die Regierung mitteilte. Um 9 Uhr am Freitagmorgen sind gleichzeitige Gedenkzeremonien in allen Provinzhauptstädten geplant. Um 16 Uhr werden die Gefallenen in den Gedenkstätten für die im Kampf Gefallenen in ihren jeweiligen Heimatprovinzen beigesetzt. Auch alle Gemeinden des Landes sollen Gedenkveranstaltungen durchführen.
Präsident Miguel Díaz-Canel schrieb auf der Plattform X, Kuba werde seinen Landsleuten Ehre und Ruhm erweisen, die "mit kubanischem Mut" die "feigen Täter" der "illegalen Entführung" von Präsident Nicolás Maduro in Schach gehalten hätten.
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Einen Tag nach den Angriffen in Venezuela hatte die kubanische Regierung bestätigt, dass 32 Militärangehörige bei "Kampfhandlungen" und "nach hartem Widerstand im direkten Gefecht gegen die Angreifer oder infolge der Bombardierungen" gestorben seien. Laut dem venezolanischen Innenministerium starben bei der US-Operation mindestens 100 Menschen.
US-Präsident Donald Trump drohte Kuba am Sonntag, dass das Land "kein Öl und Geld" mehr aus Venezuela erhalten werde und forderte die Regierung in Havanna auf, einen "Deal zu machen, bevor es zu spät ist". Am Montag erklärte US-Energieminister Chris Wright jedoch gegenüber dem Sender CBS, dass die USA Öllieferungen aus Mexiko weiterhin dulden würden. Washington strebe "keinen Zusammenbruch" der kubanischen Regierung an, vielmehr wolle man mit Havanna über einen "Übergang weg vom autoritären kommunistischen System" verhandeln. Wie diese Verhandlungen aussehen sollen, ist jedoch unklar. Díaz-Canel dementierte, dass es derzeit – abgesehen von technischen Kontakten im Migrationsbereich – Gespräche mit der US-Regierung gebe.
Venezuela war in den vergangenen zwei Jahrzehnten einer der wichtigsten Handelspartner Kubas, insbesondere durch vergünstigte Öllieferungen im Austausch für den Dienst von zeitweise bis zu 30.000 kubanischen Medizinern.


