Moskau/Havanna. Der Außenminister von Kuba, Bruno Rodríguez Parrilla, hat seine diplomatische Offensive zur Unterstützung seines Landes in Russland fortgesetzt. Zuvor war Rodríguez Parrilla in Spanien, das Kuba Hilfslieferungen zusagte.
In Moskau traf Rodríguez Parrilla am Mittwoch mit Russlands Staatschef Wladimir Putin zusammen. Dieser verurteilte die totale Blockade gegen Kuba und sagte Hilfe zu. Sie wissen, was wir davon halten. Wir akzeptieren das alles nicht“, wurde Putin in euronews zitiert, "Wir standen immer an Kubas Seite in seinem Kampf um Unabhängigkeit und um das Recht, seinen eigenen Entwicklungsweg zu bestimmen und haben das kubanische Volk immer unterstützt".
Der Besuch ist Teil einer diplomatischen Offensive zur Unterstützung der Karibikinsel, die durch die de-facto Ölblockade der USA energiepolitisch stark unter Druck geraten ist.
Einer der ersten Gesprächspartner von Rodríguez Parrilla war Sergei Lawrow, Außenminister der Russischen Föderation. Dieser rief die Regierung der USA dazu auf, die "maritime und militärische Blockade" zu beenden und unterstrich die Bereitschaft seines Landes zur Verteidigung der Sicherheit Kubas.
Im Gespräch mit Lawrow charakterisierte Rodríguez Parrilla die bilateralen Beziehungen als "historisch, brüderlich, besonders und strategisch". Die Zusammenarbeit solle "unter allen Umständen" fortgesetzt werden. In einer anschließenden Presseerklärung des russischen Außenministeriums wurde betont, dass die Beziehungen zwischen Kuba und Russland souverän seien und nicht von äußeren Umständen oder Mächten abhingen.
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Ebenfalls auf der Agenda stand ein Gespräch mit Iwan Melnikow, dem Ersten Vizepräsidenten der Staatsduma. Auch Melnikow bekräftigte Russlands "unerschütterliche Unterstützung" für Kuba und verurteilte die von Washington verhängte Blockade.
Im russischen Parlament bezeichnete Valentina Matwijenko, Präsidentin des russischen Föderationsrates, die Energieblockade der USA als "Völkermord am kubanischen Volk". Sie bekräftigte weiterhin die entschiedene Ablehnung ihres Landes gegenüber Bestrebungen, einen Regimewechsel in Havanna herbeizuführen.
Auch wirtschaftliche und sicherheitspolitische Gespräche standen im Zentrum der Reise der kubanischen Delegation. Neben Rodríguez Parrilla nahmen auch Oscar Pérez-Oliva, Minister für Auslandsinvestitionen, sowie General Roberto Legrá Sotolongo, Chef des Generalstabs der Revolutionären Streitkräfte, teil.
Über die Ergebnisse dieser Beratungen lagen bis Redaktionsschluss keine Informationen vor. Laut unbestätigten Meldungen plant die russische Regierung aber offenbar die Wiederaufnahme von Erdöllieferungen nach Kuba. Um die Überfahrt abzusichern, sollen die Öltanker möglicherweise von Militärschiffen begleitet werden.


