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Mexiko schickt zweites Hilfspaket nach Kuba

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Die Route von Veracruz nach Havanna dauert 4 Tage. Mexiko ist eines der vielen Länder, die solidarisch mit Kuba sind und sich den USA widersetzen.
Die Route von Veracruz nach Havanna dauert 4 Tage. Mexiko ist eines der vielen Länder, die solidarisch mit Kuba sind und sich den USA widersetzen.

Mexiko-Stadt/Havanna. Das mexikanische Außenministerium hat am Dienstag den Abgang eines zweiten humanitären Hilfspakets für Kuba bekanntgegeben. Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtet, sind die beiden Logistikschiffe der mexikanischen Marine, die Papaloapan und die Huasteco, mit insgesamt 1.193 Tonnen Lebensmitteln vom Hafen Veracruz aus in Richtung Kuba ausgelaufen. Die Ankunft wird in vier Tagen erwartet.

Der Großteil der Ladung – 1.078 Tonnen Bohnen und Milchpulver – befindet sich an Bord der Papaloapan. Die Huasteco transportiert 92 Tonnen Bohnen sowie 23 Tonnen weiterer Lebensmittel, die von mexikanischen Sozialorganisationen mit Unterstützung der Stadtregierung von Mexiko-Stadt über eine Sammelstelle im Stadtzentrum zusammengetragen wurden.

Es ist bereits die zweite Lieferung innerhalb weniger Wochen: Am 12. Februar hatten zwei mexikanische Schiffe mit mehr als 814 Tonnen Lebensmitteln und anderen Gütern in Havanna angelegt. Damals befanden sich unter anderem Milch, Kekse, Reis, Thunfisch, Sardinen und Pflanzenöl an Bord.

Hintergrund der Lieferungen ist die aktuelle Energieblockade der USA. Kuba bezog bislang den Großteil seines Erdöls aus Venezuela. Seit der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores erhält Kuba kein Öl mehr aus dem befreundeten Venezuela. Ende Januar drohte die US-Regierung unter Präsident Donald Trump mit Strafzöllen gegen alle Länder, die Kuba direkt oder indirekt mit Treibstoff beliefern.

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Der Energiemangel hat bestehende Probleme auf der Insel weiter verschärft: Die ohnehin angespannte Stromversorgung leidet unter häufigen Ausfällen, und der Transport von Lebensmitteln ist massiv erschwert, da nicht genügend Diesel für Lkw und Logistik zur Verfügung stehen. Seit dem 6. Februar gelten auf der Insel Sparmaßnahmen und Einschränkungen beim Verkauf von Treibstoff. Die Regierung versucht, mit dem massiven Ausbau erneuerbarer Energien gegenzusteuern (amerika21 berichtete).

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat nach eigenen Angaben entschieden, humanitäre Hilfe in Form von Lebensmitteln zu schicken, Erdöllieferungen jedoch vorerst auszusetzen, um US-amerikanische Vergeltungsmaßnahmen zu vermeiden. Mexiko und die USA teilen eine mehr als 3.100 Kilometer lange Grenze und sind eng wirtschaftlich verflochten.

Sheinbaum erklärte zudem, ihr Land sei bereit, als Vermittler für einen Dialog zwischen den USA und Kuba zu fungieren. "Mexiko macht alles für einen friedlichen Dialog und zudem darf kein Land mit Sanktionen belegt werden, die es daran hindern, für seinen täglichen Bedarf Erdöl und Erdölerzeugnisse zu beziehen", sagte Sheinbaum.