Sucumbíos. Am Freitag haben die Streitkräfte von Ecuador mit Unterstützung der USA ein Lager einer bewaffneten Gruppe in der Amazonasregion in Ecuador nahe der Grenze zu Kolumbien bombardiert. Ziel der Operation war ein Camp der Organisation Comandos de la Frontera, einer kriminellen Gruppe, die aus ehemaligen Kämpfern der Farc-Guerilla hervorgegangen sein soll.
Bei der Gruppe handelt es sich vermeintlich um eine Organisation aus Dissidenten, die heute vor allem mit Drogenhandel und illegalem Bergbau in der Grenzregion zwischen Ecuador und Kolumbien verbunden wird. Nach Angaben der Behörden diente das zerstörte Lager als Trainings- und Operationsbasis für bewaffnete Kämpfer und konnte bis zu 50 Mitglieder aufnehmen.
An der Operation beteiligten sich Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen sowie Flusseinheiten, um das Camp zu lokalisieren und zu zerstören. Die USA unterstützten die Aktion mit militärischer Aufklärung und anderen Mitteln. Über mögliche Tote oder Festnahmen wurden zunächst keine Angaben gemacht.
Das US-Südkommando Southcom bestätigte, dass US-Kräfte die ecuadorianischen Streitkräfte bei der Operation unterstützten.
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Die Aktion ist Teil einer verstärkten sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen Ecuador und den USA und wird mit dem Kampf gegen transnationale Drogen- und Gewaltorganisationen in der Grenzregion zu Kolumbien legitimiert.
Die Beziehungen zwischen Kolumbien und Ecuador sind angespannt, seitdem es zu Handelskonflikten und der Einführung von Zöllen gekommen ist, die die zuvor eher kooperative bilaterale Beziehung belastet haben. Kolumbiens linker Präsident Gustavo Petro ist zudem offener Kritiker der US-Regierung von Donald Trump und deren Militärinterventionen in Lateinamerika.
Die Bombardierung fand nur zwei Tage vor den Wahlen in Kolumbien statt. Am Sonntag werden Senat und Repräsentantenhaus neu gewählt. Gleichzeitig finden interne Vorwahlen statt, in denen politische Bündnisse ihre Kandidaten für die Präsidentschaftswahl bestimmen.

