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Konflikt um Sicherheitspolitik zwischen Mexiko und USA

Trump kritisiert Ablehnung von US-Militärhilfe. Mexikos Präsidentin Sheinbaum betont Kooperation unter Wahrung der Souveränität

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Während die USA ihre Grenzen verschärft und abschiebt, fordert Trump Kooperation aus Mexiko
Während die USA ihre Grenzen verschärft und abschiebt, fordert Trump Kooperation aus Mexiko

Mexiko-Stadt/Washington. Auslöser eines neuen diplomatischen Schlagabtauschs zwischen den USA und Mexiko ist ein Beitrag in sozialen Netzwerken des US-Präsidenten Donald Trump, der die Haltung der mexikanischen Regierung im Kampf gegen Drogenkartelle in Frage stellt. Mexikos Präsidentin Sheinbaum reagierte mit einem Hinweis auf die nationale Souveränität ihres Landes.

Trump hatte auf seinem Netzwerk Truth Social einen Screenshot eines Nutzers geteilt, der fragt, ob Mexiko eine "Drogenregierung" sei, weil es militärische Unterstützung der USA zur Bekämpfung der Kartelle ablehne. Die Anspielung bezog sich auf eine Erklärung Sheinbaums vom 9. März. In dieser hatte sie betont, Mexiko habe ein entsprechendes Angebot aus Washington bewusst zurückgewiesen.

Am Freitag sagte Trump vor Journalist:innen, Sheinbaum hätte seine Hilfe nicht ablehnen sollen. Er habe angeboten, die Kartelle in Mexiko zu zerschlagen. Zwar möge er "die mexikanische Präsidentin persönlich", doch müsse stärker gegen die kriminellen Organisationen vorgegangen werden. Nach seiner Darstellung kontrollieren die Kartelle weite Teile des Landes.

Sheinbaum reagierte am selben Tag bei einer öffentlichen Veranstaltung und erklärte, Trump sei möglicherweise nicht vollständig über die aktuelle Zusammenarbeit informiert. Mexiko kooperiere in Sicherheitsfragen mit den USA, sofern das Prinzip der Wahrung der nationalen Souveränität eingehalten werde. Sie betonte, dass das mexikanische Volk historisch für seine Unabhängigkeit gekämpft habe. Kooperation mit den USA sei möglich, erklärte Sheinbaum, doch "Souveränität ist nicht verhandelbar". Zugleich stellte sie klar, dass die bilateralen Beziehungen grundsätzlich stabil seien. Zwischen beiden Regierungen liefen weiterhin Gespräche über Sicherheitsfragen und wirtschaftliche Zusammenarbeit.

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Der aktuelle Konflikt ist Teil einer Reihe von Spannungen in den vergangenen Monaten. Trump hatte wiederholt militärische Interventionen auf mexikanischem Territorium ins Gespräch gebracht. Zuletzt bezeichnete er bei einer Rede auf dem Gipfel Escudo de las Américas am 7. März Mexiko als "Zentrum der Kartellgewalt", lobte zugleich jedoch Sheinbaum persönlich.

Die jüngsten Äußerungen erfolgen kurz nach einer gemeinsamen Operation beider Länder, bei der der mutmaßliche Drogenboss Nemesio Oseguera festgenommen wurde. Er galt auf beiden Seiten der Grenze als einer der meistgesuchten Kriminellen (amerika21 berichtete).

Die mexikanische Regierung verweist zudem auf eigene Fortschritte im Kampf gegen das organisierte Verbrechen mit rund 1,8 Tonnen beschlagnahmtem Fentanyl, fast 1.900 zerstörten Drogenlaboren und etwa 41.000 Festnahmen seit Oktober 2024. Teil der Strategie ist die 2025 gestartete Operation Frontera Norte. Außerdem vereinbarten Mexiko und die USA im Januar 2026 eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Grenzsicherheit und Strafverfolgung, die laut mexikanischer Regierung unter Wahrung der nationalen Sicherheit erfolgt.