Peru / Politik

Stichwahl in Peru: Rechte Kandidat:innen vorne

Knapp 75 Prozent der Stimmen sind ausgezählt. Spitzenreiterin kommt auf rund 17 Prozent. Stichwahl am 7. Juni

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In den letzten Jahren kommt es in Peru immer wieder zu Demonstrationen und Protest. Das Land gilt als politisch gespalten
In den letzten Jahren kommt es in Peru immer wieder zu Demonstrationen und Protest. Das Land gilt als politisch gespalten

Lima. Die Peruaner:innen haben gewählt. Wahlberechtigt waren gut 27 Millionen Bürger:innen, die Wahlbeteiligung lag bei etwa 64 Prozent. Das Ergebnis spiegelt die tiefe politische Fragmentierung des Landes wider. Kein:e Kandidat:in konnte auch nur annähernd die erforderliche Mehrheit für einen Sieg in der ersten Runde für sich verbuchen. Somit wird es am 7. Juni zwischen den beiden erfolgreichsten Bewerber:innen zur Stichwahl kommen.

Aufgrund fehlender Unterlagen konnten etwa 52.000 Wahlberechtigte zunächst ihre Stimme nicht abgeben. Daher wurde der Zeitraum der Stimmabgabe bis in den Montagnachmittag hinein verlängert, ein Novum in der peruanischen Geschichte. Das endgültige Ergebnis wird daher voraussichtlich erst im Verlauf der nächsten Tage vorliegen.

Aufgrund der bisher ausgezählten knapp 75 Prozent der Stimmen lassen sich jedoch zwei belastbare Schlüsse ziehen: Keiko Fujimoro von der rechtsgerichteten Partei Fuerza Popular hat mit aktuell annähernd 17 Prozent die erste Runde der Wahl gewonnen, ist aber von einer absoluten Mehrheit weit entfernt.

Mit wem sie am 7. Juni in die Stichwahl gehen muss, ist noch offen. Rafael López Alliaga von der rechtskonservativen Partei Renovación Popular und der politisch zentristisch und pragmatisch ausgerichtete Jorge Nieto von der Partido del Buen Gobierno haben aktuell die besten Chancen auf den zweiten Platz.

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Die Wähler:innen werden in der Stichwahl also voraussichtlich nicht zwischen weit auseinanderliegenden weltanschaulichen Grundideen entscheiden. Die Wahl zeigt dennoch, wie volatil und gespalten die Stimmung im Land ist: Viele Kandidat:innen, die prozentual eng beieinanderliegen und die politische Zersplitterung der Andendemokratie repräsentieren (amerika21 berichtete).

Zudem gibt es wie auch schon in früheren Wahlen ein deutliches Gefälle zwischen den Großstädten und eher ländlichen Regionen. In den Metropolen sind rechte, konservative und neoliberale Akteure im Vorteil, während in ruralen Teilen des Landes Themen der sozialen Gerechtigkeit eine wichtigere Rolle spielen und linke Kräfte begünstigen.

Aktualisierung der Redaktion: Nach Auszählung von gut 91 Prozent der Stimmen liegt Roberto Sánchez von der linken Partei Juntos por el Perú mit 12,08 Prozent hauchdünn auf Platz zwei, dicht gefolgt von López Alliaga mit 11,85 Prozent. Sánchez hatte am Montag noch auf Platz fünf gelegen, konnte aber in ländlichen Regionen, die zuletzt ausgezählt werden, hohe Ergebnisse erzielen.