USA töten bei Angriffen in Pazifik und Karibik mehr als 160 Menschen

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Am Mittwoch ereignete sich im Pazifik der fünfte tödliche Angriff innerhalb von fünf Tagen (Screenshot)
Am Mittwoch ereignete sich im Pazifik der fünfte tödliche Angriff innerhalb von fünf Tagen (Screenshot)

Quito. Das Südkommando der USA (Southcom) hat am Mittwoch erneut ein sogenanntes "Drogenboot" angegriffen und dabei drei Personen getötet. Southcom verkündete auf Twitter, das Schiff habe sich "auf bekannten Drogenhandelsrouten im östlichen Pazifik" befunden und sei "an Drogenhandelsaktivitäten beteiligt" gewesen.

Es ist bereits der fünfte Angriff durch Southcom innerhalb von fünf Tagen. Die Angriffe sind Teil der Operation Südlicher Speer, die US-Präsident Donald Trump im September 2025 ausgerufen hatte. Das Ziel soll die Bekämpfung des Drogenschmuggels in die USA sein.

Durch die jüngsten Angriffe erhöht sich die Gesamtzahl auf 51. Dabei wurden mindestens 164 Personen getötet, davon 95 im Pazifik, 61 in der Karibik und acht an nicht näher genannten Orten.

Auch wurden diverse nicht tödliche Angriffe auf Boote verübt. Im März wurden zum Beispiel innerhalb von weniger als zehn Tagen zwei ecuadorianische Fischerboote angegriffen, die Negra Francisca Duarte und die Don Maca.

Hernán Flores, Kapitän der Negra Francisca Duarte, berichtete, dass sein Schiff am 17. März in der Nähe der Galapagosinseln von einer Drohne in Brand gesetzt wurde. Die Mannschaft rettete sich in Beibooten, wurde jedoch von einem Kriegsschiff der USA abgefangen.

"Sie richteten ihre Waffen auf uns und sagten: 'Hände hoch'", so Flores. Er und seine Leute hätten daraufhin Handschellen angelegt und Säcke über die Köpfe gestülpt bekommen. Anschließend wurden sie an eine Marinepatrouille aus El Salvador übergeben.

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Der Anwalt der Fischer, Jorge Chiriboga, bezeichnete die Vorfälle als "kriminelle Handlung" und kündigte rechtliche Schritte an, um die Verantwortlichkeiten zu klären. Ecuadors Außenministerin Gabriela Sommerfeld hingegen erklärte, dass keine schlüssigen Beweise für einen direkten Angriff vorliegen würden. Auf die Frage, ob eine Protestnote an Washington übermittelt worden sei, antwortete Sommerfeld nicht.

Die ecuadorianischen Behörden erinnerten hingegen daran, dass zwischen ihnen und den USA seit 2024 eine enge militärische Kooperation zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität auf See bestehe.

Protest kommt indes von den Vereinten Nationen und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Bereits im Oktober hatte Volker Türk, UN-Hochkommissar für Menschenrechte, die Angriffe als "inakzeptabel" bezeichnet und verlangt, dass die USA diesen ein Ende setzen müssen.

Mitte März verurteilte Amnesty International "diese Vorfälle aufs Schärfste". Es handele sich um "außergerichtliche Hinrichtungen […] eine nach internationalem Recht verbotene Form der Tötung, die einen schwerwiegenden Verstoß gegen die grundlegendsten Prinzipien der Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit darstellt".

Auch Ecuadors Regierung wird kritisiert. Am Montag forderte der Ausschuss gegen das Verschwindenlassen der Vereinten Nationen, dass Ecuador Maßnahmen zur sofortigen Suche nach den acht ecuadorianischen Fischern einleiten soll, die Mitte Januar spurlos auf See verschwanden.

Gemäß dieser Forderung soll Ecuador auch die Möglichkeit prüfen, ob bei den Vorfällen ausländisches Militärpersonal eine Rolle gespielt hat. Die ecuadorianische Regierung hat nun bis zum 27. April Zeit, bis sie über die getroffenen Maßnahmen berichten muss.