Brasilien / Politik

Brasiliens Präsident Lula erwägt erneute Kandidatur gegen Rechts

Im Interview nennt er die Abwehr einer Rückkehr des Faschismus als Motiv. Über einen möglichen Antritt soll die PT im Juli entscheiden

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Lula ist eine wichtige Stimme gegen den Rechtsruck in Lateinamerika
Lula ist eine wichtige Stimme gegen den Rechtsruck in Lateinamerika

Brasília. In einem Interview hat Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva über die Verantwortung gesprochen, die Rückkehr des Faschismus zu verhindern. Lula brachte seine politische Verantwortlichkeit mit der Möglichkeit einer erneuten Kandidatur bei den Wahlen im Oktober in Verbindung. Der linke Staatschef stellte die Verteidigung der Demokratie in den Mittelpunkt. Lula ist der Ansicht, dass sein politisches Projekt angesichts der aktuellen nationalen Lage vor einer entscheidenden Verantwortung stehe.

"Es besteht eine moralische, ethische, ich würde sogar sagen eine christliche Verpflichtung, nicht zuzulassen, dass ein Faschist dieses Land erneut regiert", erklärte Lula in Anspielung auf den rechten Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro, Sohn des inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro.

Das Staatsoberhaupt bekräftigte zwar, körperlich und politisch in guter Verfassung zu sein, um eine vierte Amtszeit auszuüben. Dennoch stellte er klar, dass die endgültige Entscheidung nicht ausschließlich von seinem persönlichen Wunsch, sondern vom Willen der Arbeiterpartei (PT) abhängt: "Da ich ein Demokrat bin, wird die Partei einen Parteitag abhalten und entscheiden, ob es Lula sein wird, ob es nicht Lula sein wird oder ob es jemand anderes sein wird". Der Parteitag der PT ist für Juli geplant.

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Im Interview verteidigte der Präsident die Ergebnisse seiner 2023 begonnenen dritten Amtszeit. Er wies darauf hin, dass das Land wieder ein Wachstum von über drei Prozent pro Jahr verzeichne, seine Präsenz im internationalen Handel gestärkt habe und die soziale Ungleichheit durch staatliche Maßnahmen verringert worden sei, von denen die am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen am meisten profitieren würden.

Die kommenden Wahlen am 4. Oktober, die nicht nur über die Präsidentschaft entscheiden, sondern auch über die Neubesetzung des brasilianischen Nationalkongresses und der Regierungen der Bundesstaaten, bestimmen derzeit die aktuellen politischen Debatten im Land.