Havanna. In der Hauptstadt Kubas hat ein Treffen zwischen chinesischen und kubanischen Expert:innen und Wissenschaftler:innen stattgefunden, um die Kooperation der beiden Länder im Energiesektor auszubauen. Ziel dabei ist die langfristige Herstellung von Energiesouveränität für den sozialistischen Inselstaat. Neben Öl- und Gasvorkommen soll das Potenzial für den Ausbau geothermischer Energiegewinnung auf der Insel erforscht werden.
Auch die Erschließung von Rohstoffvorkommen, die für die Herstellung von Solaranlagen und anderen Formen erneuerbarer Energien notwendig sind, soll Teil zukünftiger Projekte sein. Ein weiterer zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit ist die Entwicklung eines geochemischen Atlas, der der erste seiner Art für Kuba ist.
Bei dem Treffen waren, neben Geolog:innen der beiden Länder, auf kubanischer Seite Spezialist:innen des Zentrums für Erdölforschung (Ceinpet) und auf chinesischer Seite unter anderem Vertreter:innen des Unternehmens Great Wall Drilling vertreten.
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Durch den Zugriff auf fortgeschrittene Technologien und Laboranalysen stellt die Kooperation mit der Volksrepublik China eine Möglichkeit für den sozialistischen Inselstaat dar, technologische Grenzen zu überwinden und mehr Unabhängigkeit im Energiebereich zu erreichen. Gleichzeitig demonstriert die Beteiligung eine Vertiefung der Kooperation zwischen den beiden Ländern.
Die Zusammenarbeit entsteht vor dem Hintergrund der anhaltenden Energieblockade der USA gegen Kuba, die schon jetzt zu Folgen für die kubanische Zivilbevölkerung führt (amerika21 berichtete). Im Februar rief die kubanische Regierung deshalb Notstandsmaßnahmen aus und kündigte an, den Ausbau von Solarparks voranzutreiben. Es bleibt offen, ob die ergriffenen Maßnahmen jedoch zu einer baldigen Verbesserung der Energiekrise im Land führen werden. Im vergangenen Jahr konnte die Erzeugungskapazität erneuerbarer Energien zwar bereits um 350 Prozent gesteigert werden. Doch diese decken derzeit nur etwa neun Prozent des täglichen Strombedarfs der Kubaner:innen.

