Goiânia. Der Konzern USA Rare Earth hat den Kauf des in Brasilien ansässigen Bergbauunternehmens Serra Verde für 2,8 Milliarden US-Dollar angekündigt. Die Lagerstätte im Bundesstaat Goiás gilt als strategisch wichtig, da sie zu den wenigen bekannten Vorkommen außerhalb Asiens gehört, die schwere Seltene Erden in relevantem Umfang fördern können. So rückt Brasilien angesichts seiner bedeutenden Vorkommen an Seltenen Erden zunehmend in den Mittelpunkt geopolitischer Auseinandersetzungen.
Der Kauf, der mit direkter Unterstützung des Weißen Hauses finanziert wird, stellt einen weiteren Schritt der USA dar, ihre Abhängigkeit von China zu verringern, das viele globale Lieferketten dieser Mineralien dominiert. Seltene Erden sind zentrale Bestandteile moderner Technologien wie Elektroautos, Windkraftanlagen und Halbleiter, aber auch für militärische Anwendungen unverzichtbar.
Der Weltmarkt wird bislang weitgehend von China dominiert, das im Zuge von Handelsstreitigkeiten mit den USA Exportbeschränkungen verhängt hat. Vor diesem Hintergrund bemühen sich die USA verstärkt darum, alternative Lieferketten aufzubauen und ihre Abhängigkeit zu verringern – ein Ziel, in das sich auch der Erwerb des brasilianischen Unternehmens einfügt.
Brasilien verfügt nach China über eine der größten Reserven an Seltenen Erden weltweit, nutzt dieses Potenzial jedoch bislang nur zu einem Bruchteil. Die Mine Pela Ema, betrieben von Serra Verde in Minaçu im Landesinneren des Bundesstaates Goiás, ist derzeit die einzige in Betrieb befindliche Anlage im Land, die diese Mineralien in relevantem Umfang fördert. Es wird erwartet, dass sie bis 2027 rund die Hälfte des weltweiten Angebots an schweren Seltenen Erden außerhalb Chinas liefern könnte.
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Während internationale Konzerne und Staaten um Zugang zu kritischen Rohstoffen konkurrieren, wächst im Land selbst die Debatte über Souveränität, industrielle Entwicklung und die Risiken eines neuen Rohstoffextraktivismus.
Kritik an dem Geschäft kommt vor allem aus sozialen Bewegungen und Teilen der brasilianischen Öffentlichkeit. Luiz Paulo Siqueira, Mitglied der nationalen Koordination der Bergbaubewegung Movimento pela Soberania Popular da Mineração (MAM), bezeichnete den Verkauf in einem Interview mit Brasil de Fato als "Affront gegen unsere Souveränität". Seiner Einschätzung nach steht hinter dem internationalen Interesse an Seltenen Erden vor allem ein militärisches Motiv: Entscheidend sei, "wie die direkte Macht der US-Regierung über die Kontrolle von Lagerstätten auf nationalem Territorium ausgeweitet wird".
Zugleich verweist Siqueira auf regulatorische Defizite. Obwohl Verhandlungen über den Abbau Seltener Erden bereits laufen, existiert bislang keine spezifische Gesetzgebung für diesen Bereich. Derzeit gelten die allgemeinen Regeln für den Bergbau. Laut Siqueira arbeitet das von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva geführte Regierungslager jedoch an einem spezifischen Rechtsrahmen, der den Umgang mit diesen strategischen Rohstoffen regeln soll.
Kritik übt der Aktivist auch am Einfluss wirtschaftsnaher Kräfte im Parlament. Insbesondere die parlamentarische Arbeitsgruppe Frente Parlamentar pela Mineração Sustentável versuche, Gesetzesvorhaben im Eilverfahren durchzusetzen, die Steuererleichterungen für Unternehmen vorsehen und Umweltauflagen lockern würden. Dies könne, so Siqueira, nicht nur Arbeitsrechte untergraben, sondern auch die Ausweitung der Rohstoffausbeutung erleichtern.

