Bogotá. Der kolumbianische Präsidentschaftskandidat Iván Cepeda hat seine Unterstützung für die LGBTIQ+-Community bekräftigt und angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs Reformen zur Ausweitung ihrer Rechte voranzutreiben. Die Aussagen fielen während einer Veranstaltung in Bogotá anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie.
Das Treffen fand auf der Plaza Lourdes in der kolumbianischen Hauptstadt statt und wurde vom Pacto Histórico sowie der Koalition Alianza por la Vida organisiert. Während seiner Rede sprach sich Cepeda für die Fortführung des politischen Projekts von Präsident Gustavo Petro aus und rief die LGBTIQ+-Community dazu auf, seine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen am 31. Mai zu unterstützen.
"Am 31. Mai muss die LGBTIQ+-Community an unserer Seite und auf der richtigen Seite der Geschichte stehen", erklärte der Präsidentschaftskandidat vor den Teilnehmenden der Veranstaltung.
Cepeda erklärte, dass in Kolumbien weiterhin Hassverbrechen und Diskriminierung gegen Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung registriert würden. Solange diese Formen der Gewalt fortbestünden, könne sich das Land nicht zu einer vollständig demokratischen Gesellschaft entwickeln.
Während der Veranstaltung erklärte der Kandidat zudem, dass im vergangenen Jahr mehr als 400 LGBTIQ+-Personen in Kolumbien ermordet worden seien, ohne jedoch eine Quelle für diese Zahl zu nennen. Zugleich betonte er, dass im Land weiterhin "Hassverbrechen praktiziert" würden und forderte stärkere Schutzmechanismen sowie mehr Garantien für queere Menschen.
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Der Präsidentschaftsbewerber kritisierte außerdem Teile der kolumbianischen Rechten, insbesondere den Uribismus, den er beschuldigte, homophobe Diskurse, soziale Ausgrenzung und sogenannte "Konversionstherapien" zu fördern. Konversionstherapien sind eine äußerst umstrittene Form der Psychotherapie, welche die Abnahme homosexueller Neigungen und die Entwicklung heterosexueller Potenziale als Ziel nennen.
Zudem kritisierte er die Präsidentschaftskandidatin des Centro Democrático, Paloma Valencia, der er eine ablehnende Haltung gegenüber Gleichheit und Vielfalt vorwarf. Cepeda verwies dabei auch auf ihren Vizepräsidentschaftskandidaten Juan Daniel Oviedo, einen offen homosexuellen Ökonomen, und bezeichnete dies als Widerspruch zu den politischen Positionen der Partei.
Während der Veranstaltung betonte Cepeda, dass seine politische Agenda auf den Aufbau eines inklusiveren Staates abziele und gleiche Rechte sowie besseren Schutz vor Gewalt und Diskriminierung für LGBTIQ+-Personen garantieren solle.
Der Kandidat verteidigte zudem die Fortschritte der Regierung von Petro im Bereich sexueller Vielfalt und Menschenrechte und präsentierte seine Politik als Kontinuität des aktuellen Regierungskurses. In diesem Zusammenhang warb er für eine "zweite progressive Regierung" und erklärte, die Wahlen bereits im ersten Wahlgang gewinnen zu wollen.
Der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie wird seit 2004 jedes Jahr am 17. Mai begangen. Das Datum erinnert an die Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 1990, Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen.

