Washington/Guatemala-Stadt. Laut einem Artikel der New York Times (NYT) hat Guatemala Aktionen der US-Armee gegen Drogenbanden zugestimmt. Demnach könnten die Maßnahmen, die Luftangriffe auf Drogenbanden und weitere "militärische Aktionen" vorsehen, bereits im Juni beginnen. Dies wurde laut NYT in einem Gespräch zwischen Guatemalas Präsident Bernardo Arévalo und US-Kriegsminister Pete Hegseth am 19. Mai vereinbart, schrieb die US-amerikanische Zeitung am vergangenen Donnerstag unter Berufung auf drei namentlich nicht genannte Personen, die mit den "Verhandlungen eng vertraut" seien.
Guatemalas Regierung dementierte den Bericht jedoch. In einer Regierungserklärung hieß es, es gäbe "kein Abkommen, das ausländische militärische Operationen jeglichen Landes auf nationalem Territorium erlaubt". Bestätigt wurden in der Erklärung Gespräche zwischen Hegseth und dem guatemaltekischen Verteidigungsminister Henry Saenz ebenso wie das Telefongespräch zwischen Arévalo und Hegseth. Es sei dabei aber nur um Zusammenarbeit gemäß einem Abkommen gegangen, das bereits im März 2024 zwischen Guatemala und den USA zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität getroffen wurde.
Diese sähe jedoch nur den Zugang zu "spezialisierter Technologie und Ausrüstung" für guatemaltekische Sicherheitskräfte, "taktische und strategische Ausbildung nationaler Streitkräfte", "Fachberatung für internationale Experten sowie gegenseitigen Informationsaustausch zur Bekämpfung krimineller Organisationen und des Drogenhandels vor", hieß es in einem Artikel von La Silla Rota vom vergangenen Donnerstag.
Am Freitag äußerten Abgeordnete im Kongress ihre "Besorgnis" über die Presseinformationen und forderten, in die Entscheidung einbezogen zu werden. "Die Frage ist, ob der Präsident das im Alleingang regeln kann oder ob eine Einigung im Kongress nötig ist", erklärte der Oppositionsabgeordnete Cristian Álvarez von der Partei Creo. Julio César López von der Partei Cabal und Mitglied im Parlamentsvorstand, versicherte, dass "die Legislative bereit sei, jeden von der Exekutive vorgelegten Vorschlag zu analysieren". "Die endgültige Entscheidung obliegt aber dem Plenum", so López. Die Parteien Cabal und Creo gehören zu den traditionellen rechten Parteien im Land, die historisch ein enges Verhältnis zu den USA pflegen.
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Guatemala leidet wie andere Länder Mittelamerikas und Mexiko unter der Gewalt krimineller Banden und dem Drogentransport Richtung USA. Vergangene Woche kam es zu einem "Feuergefecht" zwischen Sicherheitskräften und aus Honduras kommenden mutmaßlichen Mitgliedern des mexikanischen Drogenkartells Cártel Jalisco Nueva Generación. Der Vorfall soll im Zusammenhang mit der Ermordung von fünf Polizisten in Honduras stehen (amerika21 berichtete).
Die Berichte der NYT stehen im Kontext einer wachsenden US-Militärpräsenz. Im Pazifik und in der Karibik bombardieren die USA seit Ende des vergangenen Jahres immer wieder Boote, die angeblich Drogen schmuggeln. Erst am Freitag kam es zu der nunmehr 61. Attacke dieser Art, nach Medienberichten kamen zwei Menschen ums Leben. Die Zahl der Toten durch die Angriffe erhöhte sich damit auf 199.
Mexiko drohen die USA schon länger mit militärischem Eingreifen gegen "Drogenbanden", was von Präsidentin Claudia Sheinbaum zurückgewiesen wird. In den vergangenen Tagen verdichteten sich auch die Hinweise auf einen möglichen Militärschlag gegen Kuba.

