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Kubas Armeechef trifft US-General am Grenzzaun in Guantánamo

Southcom-Chef Donovan und Sotolongo sprachen über operative Sicherheitsfragen und Einsatzbereitschaft. Beide Seiten wollen die Kommunikation ihrer Kommandos fortsetzen

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Kubanische und US-Generäle vor der US-Basis in Guantánamo
Kubanische und US-Generäle vor der US-Basis in Guantánamo

Guantánamo/Havanna/Washington. Hochrangige Militärs der USA und Kuba haben sich zu einem Austausch getroffen. General Francis L. Donovan, Kommandeur des US-Südkommandos (Southcom), und General Roberto Legrá Sotolongo, Erster Vizeverteidigungsminister und Chef des Generalstabs der Revolutionären Streitkräfte Kubas (FAR), trafen am Freitag am Grenzzaun der US-Marinebasis in der Bucht von Guantánamo aufeinander.

Laut einem knappen Kommuniqué des Southcom handelte es sich um "einen kurzen Austausch über operative Sicherheitsfragen", bei dem Themen wie der Schutz des Militärpersonals und ihrer Familien sowie die operative Einsatzbereitschaft besprochen wurden. Das kubanische Ministerium der Revolutionären Streitkräfte (MINFAR) teilte seinerseits mit, beide Delegationen bewerteten den Austausch demnach als positiv. Beide Seiten seien übereingekommen, die Kommunikation zwischen beiden Militärkommandos aufrechtzuerhalten. Donovan nutzte den Besuch zudem, um die Sicherheitslage am stark verminten Perimeter der Basis persönlich zu begutachten.

Direkte Gespräche zwischen Militärvertretern beider Länder am Perimeter der Basis sind kein Novum. Seit dem Bestehen der US-Marinebasis gab es immer wieder technische Abstimmungen zu Sicherheitsfragen rund um den Grenzzaun. Derartige Treffen fanden über Jahrzehnte hinweg monatlich statt und wurden dabei von beiden Seiten stets in einem konstruktiven Geist durchgeführt. Fidel Castro bezeichnete sie deshalb als "Vorbild für die Art und Weise, wie die Beziehungen zwischen Kuba und den USA aussehen sollten". Unter der Trump-Administration jedoch waren diese Kontakte selten.

Dass ein Treffen auf dieser Ebene – Southcom-Kommandeur auf der einen, der zweitmächtigste Militär Kubas auf der anderen Seite – nun stattfindet, ist jedoch ungewöhnlich und hat angesichts der aktuellen Lage eine andere Qualität als in früheren Zeiten.

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Im März 2026 hatte Donovan vor dem US-Kongress erklärt, das US-Militär könnte auf dem Gelände der Marinebasis ein Lager errichten, sollte es zu einer massiven Migrationswelle aus Kuba kommen. Die Zukunft der Basis selbst ist Gegenstand aktiver Debatten im Zusammenhang mit möglichen Krisenszenarien, die die Trump-Administration durchspielt.

Das Southcom bezeichnete die Marinebasis in Guantánamo als "wichtiges operatives und logistisches Zentrum, das die US-amerikanischen Militärbemühungen zur Eindämmung von Bedrohungen für Sicherheit, Stabilität und Demokratie in der westlichen Hemisphäre unterstützt".

Kuba lehnt die Präsenz des US-Militärs jedoch strikt ab und betrachtet sie als völkerrechtswidrig. Das 116 Quadratkilometer große Gelände wurde 1903 nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg von den USA für eine jährliche Zahlung von 4.085 US-Dollar gepachtet. Der Pachtvertrag und seine Erneuerung 1934 wurden allerdings unter Bedingungen geschlossen, die Havanna als Nötigung wertet: Das sogenannte Platt-Amendment zwang Kuba unmittelbar nach der Unabhängigkeit in ein asymmetrisches Abhängigkeitsverhältnis gegenüber Washington.

Seit der Revolution 1959 fordert Kuba die USA regelmäßig auf, das Gebiet zurückzugeben. Wie kubanische Vertreter immer wieder kritisieren, würde die US-Basis mit dem gleichnamigen Folterlager nicht nur den Ruf der Provinz Guantánamo in der Welt schädigen, sondern auch den Zugang zur Bucht für lokale Fischerboote verhindern. Die USA verweigern die Rückgabe der Basis mit Verweis auf eine einmalig akzeptierte erste Pachtzahlung kurz nach dem Sieg der Revolution.