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Trump unterstützt rechten Kandidaten in Kolumbien vor Stichwahl

Kolumbianische Regierung weist Einmischung Washingtons in den Wahlprozess zurück. Trump ergriff schon zuvor Partei für rechte Kandidaten in verschiedenen Ländern

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Abelardo de la Espriella. Der Präsidentschaftskandidat tritt am 21. Juni in der Stichwahl an
Abelardo de la Espriella. Der Präsidentschaftskandidat tritt am 21. Juni in der Stichwahl an

Washington/Bogotá. US-Präsident Donald Trump hat dem kolumbianischen Präsidentschaftskandidaten Abelardo de la Espriella öffentlich seine Unterstützung für die Stichwahl am 21. Juni ausgesprochen.

Die Erklärung veröffentlichte Trump am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social. Darin gratulierte er De la Espriella zu seinem Ergebnis im ersten Wahlgang und sprach ihm seine ausdrückliche Unterstützung aus.

"Es ist mir eine Ehre, Abelardo meine volle und uneingeschränkte Unterstützung zu geben", schrieb Trump. Zugleich erklärte er, eine Regierung unter De la Espriella werde wirtschaftliches Wachstum fördern, Arbeitsplätze schaffen, den Handel stärken sowie Kriminalität und Drogenhandel bekämpfen.

Der US-Präsident betonte zudem, das Wahlergebnis sei von großer Bedeutung für die künftigen Beziehungen zwischen Kolumbien und den Vereinigten Staaten. Ohne ihn namentlich zu nennen, bezeichnete Trump den Gegenkandidaten Iván Cepeda als Vertreter der "radikalen marxistischen Linken".

Nach den offiziellen Ergebnissen des ersten Wahlgangs erhielt De la Espriella 43,74 Prozent der Stimmen und damit mehr als 10,3 Millionen Wählerstimmen. Cepeda kam auf 40,90 Prozent und rund 9,7 Millionen Stimmen. Beide Kandidaten treten am 21. Juni in der Stichwahl gegeneinander an. Der scheidende Präsident Gustavo Petro nannte öffentlich Hinweise auf Betrug in der ersten Wahlrunde (amerika21 berichtete). 

De la Espriella bedankte sich anschließend öffentlich für die Unterstützung aus Washington. In Stellungnahmen in sozialen Netzwerken erklärte er, die bilaterale Zusammenarbeit mit den USA stärken zu wollen, und hob die Bedeutung der Beziehungen beider Länder in den Bereichen Handel und Sicherheit hervor.

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Während des Wahlkampfs hatte der Kandidat wiederholt seine politische Nähe zu Trump sowie zu anderen konservativen Politikern Lateinamerikas, darunter Argentiniens Präsident Javier Milei, betont. Zudem reiste er in die Vereinigten Staaten, wo er mit Vertretern der Republikanischen Partei und Mitgliedern der US-Regierung zusammentraf.

Trumps Unterstützung löste in Kolumbien umgehend Reaktionen aus. Präsident Petro kritisierte die Erklärung und bezeichnete sie als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes.

Über die Plattform X erklärte Petro: "Wenn ein Land in die Entscheidungen eines anderen Landes eingreift, stirbt die Freiheit." Zugleich rief er die Bevölkerung dazu auf, frei und souverän über die Zukunft des Landes zu entscheiden. Später schrieb Petro, Trump habe damit gegen eine Vereinbarung verstoßen, die beide Präsidenten bei einem Treffen in Washington getroffen hätten. Demnach habe man sich darauf verständigt, nicht in die Innenpolitik des jeweils anderen Landes einzugreifen. Petro hatte Trump im Februar, nach Spannungen zwischen beiden Ländern, im Weißen Haus besucht (amerika21 berichtete).

Die Äußerungen Trumps erfolgen vor dem Hintergrund, dass der US-Präsident in den vergangenen Monaten wiederholt öffentlich rechte Kandidaten und politische Kräfte in Lateinamerika unterstützt hat, unter anderem in Argentinien, Chile, Honduras und Brasilien. Teilweise hatte Trump sogar mit dem Abbruch von Beziehungen gedroht, sollte der rechte Kandidat nicht gewinnen. 

Die Stichwahl wird darüber entscheiden, wer Petro für die Amtszeit 2026 bis 2030 im Präsidentenamt nachfolgt. Die Abstimmung findet in einem stark polarisierten politischen Umfeld statt und wird sowohl national als auch international aufmerksam verfolgt.