Havanna. In Kuba und zahlreichen Ländern weltweit haben Menschen am vergangenen Samstag an den Beginn des offenen Kampfes gegen das frühere US-gestützte Regime in Kuba erinnert. Am 26. Juli 1953 griffen junge kubanische Revolutionäre, darunter Fidel Castro, die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba und die Carlos Manuel de Céspedes-Kaserne in Bayamo an. Sie scheiterten, doch diese Aktion war von großer historischer Bedeutung, weil jener Tag den Beginn des bewaffneten Kampfes markierte, der am 1. Januar 1959 mit dem Sieg der Revolution in Kuba endete.
Die zentrale Feier fand diesmal in Ciego de Ávila statt, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Zentrum des Inselstaates. Rund 10.000 Menschen waren auf dem Máximo Gómez Platz anwesend. Raúl Castro, Fidels Bruder und Expräsident, sowie der amtierende Präsident Miguel Díaz-Canel leiteten die Veranstaltung. Außerdem nahmen zahlreiche weitere Partei- und Regierungsvertreter, Repräsentanten der Massenorganisationen und der Zivilgesellschaft sowie Bürger aus insgesamt 23 Nationen teil, überwiegend Mitglieder von Kuba-Solidaritätsgruppen.
Die Anerkennung dieses historischen Ereignisses als Symbol dafür, dass "eine andere Welt möglich ist", zeigte sich auch in zahlreichen anderen Staaten. Staatsoberhäupter, politische Bewegungen und zivilgesellschaftliche Organisationen gratulierten Kuba, darunter Venezuela, Vietnam, Nicaragua, Panama, Costa Rica, Sri Lanka und Palästina, für das sich Kuba bereits seit langem einsetzt.
Von dort wurde immer wieder auf die Solidarität Kubas mit anderen Völkern hingewiesen, etwa den medizinischen Internationalismus. Im Rahmen dessen entsandte Kuba mehr als 600.000 medizinisch geschulte Kräfte, um in 165 Ländern Hilfe zu leisten, oft an abgelegenen und schwer erreichbaren Orten, an die andere Fachkräfte normalerweise nicht gelangen.
Auch in Guatemala wurde mit einer Kundgebung an den Tag erinnert, an dem die jungen kubanischen Revolutionäre gegen Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Unterdrückung sowie die Abhängigkeit von den USA den Kampf aufnahmen. Für Raúl Antonio Cardoso, Vertreter Kubas in Guatemala, war dies der entscheidende Wendepunkt.
Er sagte: "Er wies auf den Weg hin, den wir bis heute gegangen sind, legte Wahrheiten von bleibendem Wert fest, skizzierte ethische Grundsätze für alle Zeiten und definierte die Haltung, die angesichts von Gefahren, Herausforderungen und Schwierigkeiten zu bewahren sei." Cardoso betonte, dass die US-Blockade gegen Kuba der Hauptgrund für die wirtschaftlichen Probleme seines Landes sei, und dankte den weltweiten Regierungen, Parteien und Solidaritätsbewegungen, die sich gegen diese Politik aussprechen.
Auch in Europa und Deutschland fanden Solidaritätsveranstaltungen angesichts der aktuellen Verschärfungen des US-Wirtschaftskrieges und der Drohungen der Trump-Regierung statt. Mit etwa 3.000 Teilnehmenden war die Fiesta de Solidaridad von Cuba Sí in Berlin wieder die größte Veranstaltung weltweit zum 26. Juli außerhalb von Kuba.
So wie sich Fidel Castro und seine Genossen vom gescheiterten Angriff auf die Kasernen vor 72 Jahren nicht entmutigen ließen, so lasse sich das "Rebellenvolk" auch heute nicht durch die US-Blockade in die Knie zwingen, sagte Kubas Vizebotschafter Miguel Torres Tesoro. Klinikchefin Taymí Martínez Naranjo aus Matanzas berichtete über die erneut verschlechterte Versorgungssituation auf der Insel. Dennoch erklärte sie: "Eure Solidarität gibt uns Hoffnung!"


