San Juan. Am Sonntag, dem 31. August, sind in San Juan mehrere tausend Menschen für die Unabhängigkeit von Puerto Rico auf die Straße gegangen. Die Demonstrierenden zogen durch die Altstadt, schwenkten die rot-grün-schwarz-weißen Fahnen der Bewegung und riefen Slogans für Selbstbestimmung und ein Ende der "Kolonie" der Vereinigten Staaten. Transparente mit Botschaften wie "Freiheit" und "Ende der Besetzung" prägten den Protestzug. Er begann auf der Südseite des Kapitols mit einem Auftritt der Sängerin iLe und führte über die Calle San Francisco bis zum Bundesgericht.
Die Organisatoren knüpften damit an eine jahrzehntelange Tradition antikolonialer Kämpfe an. Seit dem 19. Jahrhundert fordern unterschiedliche Bewegungen die staatliche Souveränität der Karibikinsel. Beim letzten Plebiszit im Jahr 2024 votierten knapp 12 Prozent für die Unabhängigkeit, weitere 30 Prozent für eine "freie Assoziation" mit den USA.
Viele Teilnehmende der heutigen Demonstration sehen darin ein Signal, dass die Unabhängigkeitsbewegung an Gewicht gewinnt. "Wir sind nicht länger still, unsere Stimme wird gehört", erklärte eine Sprecherin der Organisatoren. Für andere steht die Aktion vor allem für die Würde und Identität Puerto Ricos. Neben politischen Parolen gab es auch Musik, Trommeln und traditionelle Tänze, die den Protest zugleich zu einer Feier des kulturellen Selbstverständnisses machten.
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Die Schauspielerin Magali Carrasquillo, die an der Demonstration teilnahm, sagte der Nachrichtenagentur EFE, sie wünsche sich, dass ihr Land "frei und souverän" werde. Ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit richte sich nicht nur gegen die politischen Befugnisse, die die USA über die Insel ausübten, sondern auch gegen eine Aufsichtsfiskalbehörde, die über die Ausgaben der lokalen Regierung bestimmt. "Hier herrschen andere Leute, die Entscheidungen über unser Leben und unsere Geldbörsen treffen, denen wir völlig egal sind", sagte sie.
Der aktuelle politische Status Puerto Ricos als Freistaat, der 1952 eingeführt wurde, verleiht der Insel zwar einen gewissen Grad an Autonomie sowie eine eigene Regierung und ein Parlament. Dennoch bleiben Bereiche wie Verteidigung, Grenzen und Außenbeziehungen unter der Kontrolle der Vereinigten Staaten.

