Mindestens 2.000 Kolumbianer kämpfen im Ukrainekrieg

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Kolumbien besitzt nach Brasilien das zweitgrößte Militär Lateinamerikas, jedes Jahr scheiden rund 10.000 Soldaten aus dem aktiven Dienst aus
Kolumbien besitzt nach Brasilien das zweitgrößte Militär Lateinamerikas, jedes Jahr scheiden rund 10.000 Soldaten aus dem aktiven Dienst aus

Bogotá/Kiew. Laut Einschätzungen der Menschenrechtsorganisation Internationale Föderation für Menschenrechte FIDH kämpfen zwischen 2.000 und 3.000 kolumbianische Ex-Militärs in den ukrainischen Streitkräften im Krieg gegen Russland und seine Verbündeten. Nach dem Ende des kolumbianischen bewaffneten Konflikts mit der Farc-Guerilla vor zehn Jahren heuerten erfahrene Ex-Soldaten in verschiedenen Konflikten weltweit an, vom Jemen bis in die Ukraine.

Kolumbien besitzt nach Brasilien das zweitgrößte Militär Lateinamerikas, und jedes Jahr scheiden rund 10.000 Soldaten aus dem aktiven Dienst aus. Da einige von ihnen keinen Anschluss im zivilen Leben finden, heuern sie in internationalen Konflikten an, unter anderem in der Ukraine. Die Bezahlung ist dabei ein weiterer Anreiz. Während ein Offizier in Kolumbien etwa 500 US-Dollar monatlich verdient, zahlen die ukrainischen Streitkräfte kampferfahrenen Ausländern rund 3.300 US-Dollar pro Monat im Fronteinsatz im Donbass. 40 Prozent aller ausländischen Kämpfer auf Kiews Seite kommen nach Medienberichten aus Kolumbien, was das südamerikanische Land zum größten inoffiziellen Truppensteller auf der Seite der Ukraine machen würde.

Vor zwei Jahren erregte der Fall der beiden Kolumbianer Alexander Ante und José Medina internationale Medienaufmerksamkeit. Die beiden Veteranen beabsichtigten, über Venezuela in ihre Heimat zurückzureisen. Während sie in Caracas noch ukrainische Uniformen trugen, nahmen die venezolanischen Behörden sie fest. Einen Monat später tauchten sie in Russland wieder auf und wurden in Donezk, im Herbst 2022 von der Russischen Föderation annektiert, vor Gericht gestellt. Im November 2025 verurteilte das Gericht sie zu 13 Jahren Gefängnis.

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Kolumbianer stehen nicht nur im Dienst der ukrainischen Streitkräfte, sondern auch auf russischer Seite. Das Wall Street Journal berichtete vor einem Jahr, wie kolumbianische Soldaten für Moskau Peruaner auf Seiten Kiews töteten. Für die Ukraine sollen zudem Argentinier im Einsatz sein, während immer wieder Medienberichte über Tausende Kubaner auftauchten, die für Russland kämpften. Ukrainische Geheimdienstoffiziere behaupteten sogar, dass die kubanische Regierung die Entsendung dieser Truppen genehmigt habe.

Es gibt weder offizielle Zahlen über die Anzahl der kolumbianischen Kämpfer auf der ukrainischen Seite noch über die Todesopfer. Vergangenen Monat gab das Außenministerium in Bogotá bekannt, dass 173 kolumbianische Staatsbürger im Ukrainekrieg gestorben seien und 670 weitere als vermisst gelten. Etwa 130 Leichname seien im Verlauf des seit Anfang 2022 laufenden Krieges in ihre Heimat überführt worden.