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28.02.2014 Venezuela / Menschenrechte

Wer sind die Toten in Venezuela?

Viele Medien suggerieren, dass sie Opfer von Polizeigewalt waren. Doch eine genauere Betrachtung zeigt ein komplexeres Bild (aktualisiert: 20.05.)

Im Folgenden findet sich eine Übersicht über die Todesfälle im Zusammenhang mit den aktuellen Protesten und Ausschreitungen in Venezuela. Dazu sei angemerkt, dass nicht in allen Fall gesichert ist, dass die Todesfälle in direktem Zusammenhang mit den Protesten stehen. In der Berichterstattung in Venezuela bzw. durch Aussagen von Angehörigen oder Vertretern der Opposition oder der Regierung wurde sie jedoch in den Kontext des aktuellen Gewaltausbruchs gerückt und werden deshalb hier mit aufgezählt. Ebenso sei darauf hingewiesen, dass neue Erkenntnisse zu gegenteiligen Einschätzungen führen können und dann ggf. geändert werden. Die Zahlen können auch von den offiziellen Zahlen abweichen, weil nicht immer bekannt ist, welche Fälle die Staatsanwaltschaft in ihre Zählung aufnimmt. Die Frage der Urheberschaft ist in den allermeisten Fällen nicht abschließend geklärt. Aus der aktuellen Datenlage ergibt sich folgendes Bild:

  • 13 Personen wurden getötet, als sie an Anti-Regierungs-Protesten teilnahmen: Roberto Redman, Bassil Alejandro Da Costa, José Ernesto Méndez, Génesis Carmona, Jose Alejandro Márquez, Geraldine Moreno Orozco, Wilmer Carballo Amaya, Jimmy Vargas González, Daniel Tinoco, Argenis Hernández, Franklin Alberto Romero Moncada, Roberto Annese, Mariana Ceballos
  • 5 Personen wurden beim Wegräumen von Barrikaden getötet: Arturo Alexis Martínez, Antonio José Valbuena Morales, José Gregorio Amaris Cantillo, Gisella Rubilar Figueroa, Francisco Rosendo Marín
  • 8 der Toten waren Angehörige der Sicherheitskräfte: Giovanni Pantoja Hernández Sánchez, Acner López Lión, Ramso Ernesto Bracho Bravo, José Guillén Araque, Jhon Rafael Castillo Castillo, Miguel Antonio Parra, José Cirilo Darma García, Jorge Steven Colina Tovar
  • 14 waren Unbeteiligte: Juan Montoya, Julio González Pinto, Elvis Rafael Durán De La Rosa, Doris Elena Lobo, Danny Melgarejo, Eduardo Anzola Carmona, Deivis José Durán Useche, Luis Gutiérrez Camargo, Johan Alfonso Pineda Morales, Jesús Enrique Acosta, Guillermo Sánchez, Wilfredo Jaimes, Juan Orlando Labrador Castiblanco, Adriana Urquiola

Aussagen zur mutmaßlichen Urheberschaft

Anmerkung: Die folgenden Zahlen sind mit äußerster Vorsicht zu genießen, weil die Ermittlungen noch laufen und deshalb noch keine sicheren Aussagen über die Urheberschaft gemacht werden können. Die Zusammenstellung wurde nach bestem Wissen und Gewissen gemacht, Fehler sind nicht auszuschließen und Korrekturen möglich. Sollten Ihnen Fehler auffallen, melden Sie uns diese gern.

  • In 5 Fällen waren mutmaßlich Sicherheitskräfte für die Tode verantwortlich: Bassil Alejandro Da Costa (Sebin), Juan Montoya (Sebin), Jose Alejandro Márquez (Nationalgarde), Geraldine Moreno Orozco (Nationalgarde), Jesús Enrique Acosta Matute (Kriminalpolizei)
  • In 7 Fällen starben Menschen durch Unfälle im Zusammenhang mit den Straßenblockaden: Julio González Pinto, Elvis Rafael Durán De La Rosa, Doris Elena Lobo, Eduardo Anzola Carmona, Deivis José Durán Useche, Luis Gutiérrez Camargo, Johan Alfonso Pineda Morales
  • In 15 Fällen sind mutmaßlich Regierungsgegner verantwortlich: Génesis Carmona, Arturo Alexis Martínez, Antonio José Valbuena Morales, Giovanni Pantoja Hernández Sánchez, José Gregorio Amaris Cantillo, Acner López Lión, Gisella Rubilar Figueroa, Ramso Ernesto Bracho Bravo, José Guillén Araque, Francisco Rosendo Marín, Jhon Rafael Castillo Castillo, Juan Orlando Labrador Castiblanco, Miguel Antonio Parra, José Cirilo Darma García, Jorge Steven Colina Tovar
  • In 5 Fällen sind mutmaßlich Regierungsanhänger verantwortlich: Roberto Redman, Wilmer Carballo Amaya, Daniel Tinoco, Wilfredo Jaimes, Argenis Hernández
  • In einem Fall gibt es bislang keine Anhaltspunkte: Guillermo Sánchez
  • In 4 Fällen sind mutmaßlich politisch Unbeteiligte verantwortlich: José Ernesto Méndez, Danny Melgarejo, Adriana Urquiola, Mariana Ceballos
  • In 3 Fällen handelte es sich um selbstverschuldete Unfälle: Jimmy Vargas González, Franklin Alberto Romero Moncada, Roberto Annese

Liste der Todesopfer

  1. Juan Montoya (40): Chavist, nach der Demonstration am 12.2. im Zentrum Caracas erschossen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft deuten darauf hin, dass er von Agenten des Geheimdienstes (Sebin) erschossen wurde, die nach Angaben der Regierung entgegen klaren Befehls ausgerückt waren1 und Schusswaffen benutzten. Acht Sebin-Beamte wurden in diesem Zusammenhang festgenommen (Stand: 27.2.).2

  2. Bassil Alejandro Da Costa (24): Oppositioneller, nach der Demonstration am 12.2. im Zentrum von Caracas in derselben Situation erschossen wie Juan Montoya, vermutlich von Sebin-Agenten.

  3. Roberto Redman (31): Oppositioneller, am Abend des 12.2. im Osten von Caracas von Unbekannten erschossen.

  4. José Ernesto Méndez (17): Oppositioneller, am 18.2. in Cumaná (Sucre) bei einer Straßenblockade von einem Auto überfahren. Der Fahrer ist wegen Mordes angeklagt.3

  5. Génesis Carmona (22): Oppositionelle und Ex-Miss Turismo Carabobo, wurde bei Protesten in Valencia am 19.2. von Unbekannten erschossen. Nach Angaben der Regierung weisen die Ermittlungen darauf hin, dass der Schuss "aus den eigenen Reihen" der Demonstranten gekommen sind.4

  6. Arturo Alexis Martínez (54): Chavist und Bruder des PSUV-Abgeordneten Armando Martínez, wurde am 20.2. in Barquisimeto aus einem Gebäude heraus erschossen (in die Brust), als er eine Barrikade wegräumte.5

  7. Julio González: Staatsanwalt in Carabobo, der aufgrund einer Straßenblockade die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und starb.6

  8. Elvis Rafael Durán De La Rosa (29): Motorradfahrer, der am 21.2. durch einen Draht geköpft wurde, der bei einer Straßenblockade in Caracas über die Straße gespannt wurde.7

  9. Doris Elena Lobo (37): Motorradfahrerin, die am 21.2. durch einen Draht getötet wurde, der bei einer Straßenblockade in Mérida über die Straße gespannt wurde.8

  10. Jose Alejandro Márquez (41): Oppositioneller, in der Candelaria in Caracas am 21.2. angeblich durch die Nationalgarde so schwer verletzt, dass er danach für hirntot erklärt wurde und dann starb. Gegen sieben Gardisten wird ermittelt.9 Parlamentspräsident Diosdado Cabello sagte später, er sei ein Paramilitär gewesen und von "seinen Leuten" ermordet worden.10Familienangehörige haben diese Beschuldigung zurückgewiesen.11

  11. Geraldine Moreno Orozco (23): Oppositionelle, am 19.2. in Naguanagua (Carabobo) von einem Gummigeschoss der Nationalgarde ins Gesicht getroffen und am 22.2. an den Verletzungen gestorben.12 In diesem Fall wurden im Mai Verfahren gegen zwei Angehörige der Nationalgarde eröffnet.13

  12. Danny Melgarejo Vargas (20): Am 23.2. beim Durchqueren einer Straßenblockade in Táchira von einem Unbekannten erstochen. Präsident Maduro sagt, der Täter habe aus Wut auf die Blockierer gehandelt, das Opfer habe aber gar nicht zu diesen gehört.14 Der Bürgermeister von San Cristóbal hatte gesagt, sie sei bei einem Überfall erstochen worden.15

  13. Jimmy Vargas (34): Oppositioneller, am 24.2. in San Cristóbal (Táchira) von einem Dach gestürzt. Augenzeugen und Familienangehörige beschuldigten die Nationalgarde, weil das Opfer vor Tränengas und Gummigeschossen geflohen sei und dabei stürzte. Ein Video von CNN zeigt, dass er offenbar ohne Fremdeinwirkung beim Klettern von einem Dach das Gleichgewicht verlor und stürzte.16

  14. Wilmer Carballo Amaya (41): Oppositioneller, am 24.2. in Cagua (Aragua) von Unbekannten Motorradfahrern erschossen.17

  15. Antonio José Valbuena Morales (32): Motorradfahrer, der am 24.2. in Maracaibo (Zulia) beim Wegräumen von Barrikaden erschossen wurde. 1819

  16. Eduardo Anzola (29): Oppositioneller, am 25.2. im Bundesstaat Carabobo beim Zusammenstoß mit einer Straßenblockade getötet.20

  17. Giovanni Pantoja Hernández (28): Nationalgardist, beim Wegräumen einer Barrikade am Rande von Protesten in Valencia (Carabobo) am 28.2. durch einen Kopfschuss getötet. Weitere Mitglieder der Nationalgarde wurden durch Schüsse verletzt. Präsident Maduro sprach später von einem "Hinterhalt" in den sie glockt worden seien. 21

  18. Deivis José Durán Useche (31): Am 3.3. bei einem Motorradunfall gestorben, nachdem Protestierende einen Gullideckel entfernt hatten. Durch das Loch im Boden stürzte der Motorradfahrer und starb durch eine Schädelfraktur.22

  19. Luis Gutiérrez Camargo (26): Am 4.3. im Bundesstaat Táchira beim Zusammenstoß mit einer Straßenblockade gestorben.2324

  20. José Gregorio Amaris (24): Chavist, am 7.3. beim Wegräumen einer Straßenblockade im Stadtteil Los Ruices im Osten von Caracas vermutlich aus einem Haus heraus erschossen.25

  21. Acner López Lión (25): Nationalgardist, der am 7.3. in derselben Situation wie José Gregorio Amaris vermutlich aus einem Gebäude heraus erschossen wurde.26

  22. Johan Alfonso Pineda Morales (28): Motorradfahrer, der am 7.3. bei einem Unfall in Caracas starb. Ursache war im Zuge einer Straßenblockade auf der Autobahn absichtlich verteiltes Öl.27

  23. Gisella Rubilar Figueroa (47): Chavistin und chilenische Staatsbürgerin, am 9.3. von Unbekannten erschossen, als sie eine Barrikade vor ihrem Haus wegräumte.28

  24. Daniel Tinoco (24): Oppositioneller, am 10.3. bei Protesten in Táchira von Unbekannten erschossen.29 Der Bürgermeister von San Cristóbal, wo sich der Tod ereignete, beschuldigte Regierungsanhänger, für den Tod verantwortlich zu sein.30

  25. Jesús Enrique Acosta Matute (23): Am 12.3. in Valencia (Carabobo) von Unbekannten durch einen Kopfschuss getötet. Der Gouverneur des Bundesstaats, Francisco Ameliach, machte Scharfschützen für den Tod verantwortlich.31 Später wurde ein Mitarbeiter der Kriminalpolizei als Verantwortlicher ausgemacht und festgenommen.32

  26. Guillermo Sánchez (42): Am 12.3. von Unbekannten in Valencia (Carabobo) erschossen. Seine Ehefrau beschuldigte im Nachhinein Regierungsgegner für den Tod.33

  27. Ramso Ernesto Bracho Bravo (36): Nationalgardist, am 12.3. bei Auseinandersetzungen mit Protestierenden auf einem Autobahnzubringer in Naguanagua (Carabobo) von Unbekannten erschossen.34

  28. José Guillén Araque (34): Nationalgardist, am 17.3. in Maracay (Aragua) bei Auseinandersetzung mit Protestierenden durch eine Kopfschuss getötet. Der Gouverneur des Bundesstaates, Tareck El Aissami, machte yunćhst "gewalttätige Gruppen" für den Tod verantwortlich.35 Später wurde Cheng Nag Kwan unter dem Vorwurf festgenommen, für den Tod verantwortlich zu sein. Er habe zuvor eine paramilitärische Ausbildung in Chile erhalten und bei seiner Festnahme seien Waffen sichergestellt worden, sagte El Aissami.36

  29. Francisco Rosendo Marín: Chavist und Mitarbeiter des Bürgermeisteramts von Libertador (Caracas), am 18.3. beim Wegräumen einer Barrikade in Montalbán, einem Stadtteil im Westen von Caracas, durch Unbekannte erschossen.37

  30. Jhon Rafael Castillo Castillo (23): Nationalgardist, der am 19.3. bei Auseinandersetzungen mit Protestierenden in San Cristóbal (Táchira) erschossen wurde.38

  31. Wilfredo Jaimes (32): Busfahrer, der am 21.3. in San Cristóbal (Táchira) erschossen wurde, als er an einer Gruppen Protestierender vorbeikam und Unbekannte aus einem Auto heraus das Feuer eröffneten.39

  32. Juan Orlando Labrador Castiblanco (40): Mitarbeiter einer Kooperative, der am 22.3. in Mérida (Mérida) von Unbekannten erschossen wurde. In diesem Zusammenhang wurden "Scharfschützen" verantwortlich gemacht, die von einem Dach aus schossen.40

  33. Argenis Hernández (26): Am 22.3. in San Diego (Carabobo) von unbekannten Motorradfahrern erschossen, als er sich an einer Straßenblockade beteiligte.41

  34. Adriana Urquiola (28): Am 23.3. in Los Teques (Miranda) erschossen, als sie wegen einer Straßenblockade den Bus verließ und zu Fuß ging. Der Fall erfuhr große mediale Aufmerksamkeit, weil das Opfer im fünften Monat schwanger war.42 Als mutmaßlicher Täter wurde Jhonny Bolívar Jiménez alias “Capitán Bolívar” ausgemacht, der mit internationalem Haftbefehl gesucht wird.43

  35. Miguel Antonio Parra (42): Nationalgardist, der am 24.3. in Mérida (Mérida) von Unbekannten erschossen wurde, als er eine Barrikade wegräumte.44

  36. Franklin Alberto Romero Moncada (44): Oppositioneller, der am 29.3. in San Cristóbal (Táchira) versuchte für eine Barrikade eine Plakatwand einzureißen und dabei eine Hochspannungsleitung berührte.45

  37. Roberto Annese (33): Oppositioneller, der am 29.3. in Maracaibo (Zulia) starb, als ihm ein selbstgebauter Granatwerfer in der Hand explodierte.46

  38. José Cirilo Darma García (27): Polizist der Nationalpolizei (PNB), der am 9.4. in Barquisimeto (Lara) von Unbekannten erschossen wurde, als er nach Angaben der Staatsanwaltschaft an der Auflösung eines gewalttätigen Protests beteiligt war.47

  39. Mariana Ceballos (32): Oppositionelle, die am 14.3. bei Protesten in Valencia (Carabobo) von einem Auto überfahren wurde und am 10.4. an den Folgen der Verletzungen starb.48 Der Fahrer wurde festgenommen.49

  40. Jorge Steven Colina Tovar (26): Polizist der Nationalpolizei (PNB), der am 8.5. bei Zusammenstößen von Polizei und Demonstranten durch einen Kopfschuss getötet wurde.50

Andere Fälle

Die folgenden Fälle wurden teilweise ebenfalls als Opfer der Gewaltwelle gezählt. Sie sind jedoch unklar oder nicht diesen Ereignissen zuzuordnen.

  1. Ángel Castillo (36): Chavist und Arbeiter des Stahlwerks Sidor, am 19.2. bei einer Demonstration von Unbekannten angeschossen. Er wurde teilweise in Listen über die Todesfälle gezählt51, überlebte den Vorfall aber anscheinend.

  2. Luzmila Petit Colina (70): Am 19.2. in Folge von Blutdruckproblemen gestorben. Ein Krankenwagen, der sie transportierte konnte durch Straßenblockaden nicht rechtzeitig das Krankenhaus erreichen.52

  3. Asdrúbal Rodríguez (24): Wurde unter dem Vorwurf, ein Motorrad gestohlen zu haben, von der Polizei von Chacao festgenommen, die dem oppositionellen Bürgermeister Ramon Muchacho untersteht. Am 20.2. wurde seine Leiche am Rand einer Autobahn gefunden. Zwei Polizisten wurden in der Sache festgenommen.53

  4. Joan Quintero: Am 24.2. bei der Plünderung eines Supermarktes in Maracay getötet. Weitere Details sind bislang nicht bekannt.5455 Die Polizei geht von einem nicht-politischen Hintergrund aus.56

  5. Unbekannt: Medienberichten zufolge sprach die Staatsanwaltschaft von einem Jugendlichen, der um den 25.2. im Bundesstaat Carabobo erschossen wurde, als er eine Barrikade wegräumte.57 Dieser Fall findet sich jedoch in der weiteren Berichterstattung nicht wieder.

  6. María Julieta Heredia (89): Mutter des Gouverneurs von Yaracuy, die einen Herzinfarkt erlitt, als Oppositionelle vor dem Haus der Familie protestierten.

  7. Glidis Karelis Chacón Benítez (25): Agentin des Geheimdienstes Sebin, die am 7.3. von Beamten der Polzei des Bezirks Chacao in Caracas (Polichacao) erschossen wurde. Zuvor hatte sie zusammen mit anderen Sebin-Agenten in Zivil eine Person festgenommen. Dieser Vorfall wurde als Entführung gewertet, wodurch es zu einer Verfolgungsjagd kam, die mit einer Schießerei endete.58

  8. Ángelo Vargas (25): Chavist, am 10.3. in Ciudad Guayana (Bolívar) von Unbekannten erschossen.59 Medienberichten zufolge schloss die Kriminalpolizei einen politischen Hintergrund aus60, andere Darstellungen bringen den Tod des Studenten in Verbindung mit einem vorangegangenen politischen Streit.61

  9. Anthony Rojas (21): Student, der am 18.3. in San Cristóbal (Táchira) erschossen wurde.62 Der Vorfall ist jedoch unklar und steht vermutlich nicht im Zusammenhang mit den Protesten.63

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft (Stand: 30.04.) wurden seit dem 12. Februar 2.730 Menschen vorübergehend festgenommen, von denen sich noch 197 Menschen in Haft befinden. 39 Prozent der vorübergehend Festgenommenen sind Studenten. Unter den Festgenommenen befinden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch 17 Angehörige der Sicherheitskräfte. Fünf weitere werden per Haftbefehl gesucht und drei sind unter Meldeauflagen in Freiheit.

In 142 Fällen laufen laut Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Menschenrechtsverletzungen (zwei Morde, ein Fall von Folter, 139 Fälle grausamer Behandlung). Ebenso berichtete die Staatsanwaltschaft von 785 Verletzten, davon gut ein Drittel (275) Angehörige der staatlichen Sicherheitskräfte.

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