Kommentar zum Falkland-Referendum: 75 Millionen Pfund zum Schutz von Schafsweiden

Die Kelper stimmen dafür, dass Großbritannien weiterhin 75 Millionen Pfund in Truppen, Raketen, Flugzeuge und Kriegsschiffe investiert

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Schafe - Werbebild der Verwaltung der Falklands
Schafe - Werbebild der Verwaltung der Falklands

Die Mehrheiten beim Falkland-Referendum hätten nicht deutlicher ausfallen können. Zudem stand das Ergebnis kaum in Zweifel, da die Inselbewohner über freie Geldmittel abstimmten. Sie stimmen dafür, dass Großbritannien weiterhin 75 Millionen Pfund in Truppen, Raketen, Flugzeuge und Kriegsschiffe investiert, die ihre Schafswiesen bewachen. Sie stimmten dafür, dass die 1.672 Wähler pro Kopf jährlich 44.856 Pfund Militärhilfen erhalten.

Wer könnte gegen eine solche Vereinbarung votieren? Das könnten nicht einmal die 59 Prozent, die sich selbst eher als Falkländer denn als Briten sehen.

Das koloniale Überbleibsel hat im Jahr 1982 noch 255 britische Leben gekostet. 2013 ist es finanziell gesehen ein Fass ohne Boden. Ich würde ein Votum für die Unabhängigkeit 8.000 Meilen entfernt im Südatlantik akzeptieren.

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Aber wenn britische Steuerzahler die Rechnung vorgelegt bekommen, haben wir etwas mitzureden. Die Vorsitzenden aller Parteien werden von fahnenschwenkenden Hurra-Patrioten zum schweigen gebracht, die London des Ausverkaufs bezichtigen. Dabei ist es überaus deutlich, dass ein Abkommen mit dem Nachbarn Argentinien der einzig gangbare Weg für die Falkland-Malwinen ist.

Die Feigheit von Politikern bedeutet, dass sie für die Armee in Port Stanley bezahlen, während unten auf ihrer Straße alte Menschen frieren.


Der Kommentar erschien in der britischen Tageszeitung Daily Mirror.

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