Chile / Soziales

Erinnerungen zum 8. März aus dem Gulumapu von Loreto Millalén

Loreto Millalén Iturriaga ist Mapuche-Aktivistin aus Chile, Textil-Künstlerin, Tänzerin, Töpferin, Poetin, und Gründerin und Direktorin der Mapuche-Textilkunstschule Ad Llallin

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Zum Weltfrauentag 2019 sendet uns die Mapuche-Aktivistin eine Botschaft aus Chile
Zum Weltfrauentag 2019 sendet uns die Mapuche-Aktivistin eine Botschaft aus Chile

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Indigener Feminismus, Frauennetzwerke und feminismos populares - eine Botschaft aus der Mapuche Kunstschule in Chile zum 8. März 2019
Indigener Feminismus, Frauennetzwerke und feminismos populares - eine Botschaft aus der Mapuche Kunstschule in Chile zum 8. März 2019

Mari mari com pu lamngen com pu domo ka mapu

Grüße an alle Menschen und an alle Frauen

Heute erinnern wir den Kampf für gleiche Rechte von Frauen und Männern und führen ihn weiter, in Erinnerung an alle weiblichen Existenxen, die ausgebeutet, verbrannt, vergewaltigt und der Gewalt ausgesetzt werden. Die Erfahrung, Weiblichkeit zu bewohnen, ist nicht nur eine Sache des sozialen Geschlechts; für uns, die wir in Mapuche-Gemeinschaften leben, ist diese Kategorie prekär, da sie nicht alle Dimensionen der Kultur umfasst. Es wird dafür gekämpft, die gleichen Rechte wie Männer zu erlangen. Wir wissen allerdings, dass es ANDERE, ANDERSARTIGE gibt, und MEHR.

Es ist angebracht, jeden Tag weiter zu arbeiten in Aktionen, Bildung und Verlernprozessen. Damit wir die Rechte entschleiern können, weitervermitteln, reflektieren, ausüben und weltweit fordern. Wir dürfen uns nie zufrieden geben mit dem, was gesagt und getan wird in einem noch-immer-Staat, in dem das Patriarchat und der Extraktivismus bis heute alle Kanäle der Kommunikation und des Uns-Ausdrückens durchdringt.

Immer weiter und darüber hinausgehen, im Hier und Jetzt jeden Tages und jeder Nacht unserer weiblichen Existenz.

Unsere Erinnerungen und das Ausüben von Rollen und gemeinschaftlichen Diensten hier im Wallmapu sind der Treibstoff, um für Jahrhunderte weiterzukämpfen gegen die alten und neuen Ausbeutungsformen der gemeinschaftlich genutzten Güter, der epostemologischen Güter! Die neuen Kolonialismen und die Diversifizierung von Gedanken, die aus der Vernachlässigung der Erinnerung unserer Ahnen resultieren, die Verletzung des Rechts auf Gegenseitigkeit, welche die gemeinschaftliche Ausübung der Rechte der Menschen, der Erde und des Wassers auf der Suche nach einem guten Leben aufschiebt.

Das Leben des Zwischengeflechts anzuerkennen, erlaubt es uns, das Recht zur Aufrechterhaltung des grossen Gewebes mit seinen festen und feinen Fäden zu erfassen, zu benennen, auszurufen und bewusst kollektiv zu leben.

Wir gebären Männer und Frauen, die ganze Menschheit hat sich zwischen unseren Beinen und in unseren Bäuchen befunden. Unsere Wohnräume zu reinigen und aufzuräumen ist unser Leben lang ein Training und eine Aufgabe. Auf dass alles Leben reinige, ehre und permanent nachdenke über den ersten Wohnraum der Menschheit, den Raum von Reifungen und Vorbereitungen, einen Ort, um sich mit der Welt in Beziehung zu setzen und Kulturen und Medizinen zu schaffen.

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