DruckversionEinem Freund senden

250 Familien in Mexiko-Stadt geräumt

Mexiko-Stadt. Geschützt von Zäunen und von Spezialeinheiten der Polizei begannen Bautrupps am 1. Januar mit der Einebnung von mindestens 52 Gründstücken im Viertel "La Malinche" von Mexiko-Stadt. Der Abriss im Süden der mexikanischen Hauptstadt dient dem Bau einer gebührenpflichtigen Autobahn.

Einer der Bewohner, Rafael Martínez, kritisierte, dass für das Projekt 60.000 Bäume gefällt werden könnten. Dabei handelt es sich um einen Wald, der sich 500 Meter von dem Wohngebiet entfernt befindet. Martínez, gleichzeitig Sprecher einer lokalen Bürgerinitiative betonte die Bedeutung der Baumbestände für den Grundwasserspiegel und die Luftqualität der mexikanischen Metropole.

Mit der polizeilichen Abriegelung des Gebietes, in dem 1.200 Menschen lebten, beginne bereits die Privatisierung des Verkehrsweges, so Martínez. Daher würden sie weiterhin versuchen, den Bau der Trasse zu verhindern. Die Proteste hatten einen Baustopp seit Juli 2010 bewirkt.

Die Gemeinde hofft nun auf die Menschenrechtskommission des Hauptstadtdistrikts. Sie soll eine Empfehlung abgeben, welche die Behörden zwingen soll, den Bau der Autobahn zu stoppen. Die Bewohnerinnen und Bewohner schließen auch nicht aus, die Interamerikanische Menschenrechtskommission anzurufen.

Einen Radiobeitrag unseres Partnerprojektes onda zu dem Thema finden Sie hier.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr