Erneut Spannungen an Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica

Managua. Die nicaraguanische Regierung hat vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag am Montag offiziell Einspruch gegen eine angekündigte costaricanische Erkundungsmission auf die von beiden Ländern beanspruchte Flussinsel Calera eingelegt. Der Staatssekretär des Außenamtes Nicaraguas César Vega nannte das Verhalten des Nachbarlandes nach einem Bericht des lateinamerikanischen Nachrichtensenders Telesur eine "Provokation". Die costaricanische Regierung hatte vergangene Woche angekündigt ein Expertenteam zur Erkundung der Zerstörung des sensiblen Naturschutzgebietes durch nicaraguanische Rodungs- und Flussaushebungsarbeiten zu entsenden.

Der Grenzkonflikt im Mündungsdelta des Flusses San Juan war im November letzten Jahres durch die Besetzung der 27 Quadratkilometer großen Flussinsel Calera durch nicaraguanisches Militär ausgebrochen. Die Regierung Ortega fordert in Den Haag unter Berufung auf historische Grenzverträge eine Änderung des bisherigen Grenzverlaufs.

In einem ersten Schiedsspruch Anfang März hatte der Internationale Gerichtshof Nicaragua aufgefordert Militär- und Sicherheitspersonal von der Flussinsel abzuziehen und gleichzeitig eine wissenschaftliche Erkundungsmission durch Costa Rica erlaubt.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr