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Kolumbiens Präsident Santos in Berlin

Berlin. Der kolumbianische Staatschef Juan Manuel Santos wird am heutigen Donnerstag in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, anderen Regierungsvertretern und Bundespräsident Christian Wulff zusammenkommen. Der konservative Politiker war zuvor zu einem Staatsbesuch in Spanien gewesen. In Berlin stehen die bilateralen Beziehungen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit auf der Agenda. Auch die "Lage in Lateinamerika" werde ein Thema sein, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Regierungssprecher Steffen Seibert.

Wie schon in Spanien wiesen auch in Deutschland Nichtregierungsorganisationen und Vertreter der Opposition auf die prekäre Menschenrechtslage in Kolumbien hin. "Santos wirbt derzeit in Europa für die Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen auf der Grundlage des neoliberalen Freihandelsabkommens“, merkte die Bundestagsabgeordnete der Linken, Heike Hänsel, an. Gute Geschäfte für europäische und kolumbianische Konzerne bedeuteten zugleich den Verlust von Existenzgrundlagen für Kleinbauern und lokale Wirtschaftszweige. "Diese Auswirkungen befürchten soziale Bewegungen von dem Abkommen, das kurz vor der Ratifizierung steht", so Hänsel.  Die Menschenrechtssituation in Kolumbien sei nach wie vor problematisch, "auch wenn Präsident Santos in Deutschland ein neues sauberes Image vermitteln möchte". Viele Menschenrechtsorganisationen hätten gerade in jüngster Zeit verstärkt Todesdrohungen erhalten und würden von staatlicher Seite kriminalisiert.

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