Honduras / Politik

Honduras: Zelaya und Lobo unterzeichnen Versöhnungsabkommen

Cartagena, Kolumbien/Managua. Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya und sein Nachfolger Porfirio Lobo haben am Sonntag im kolumbianischen Ort Cartagena ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet. Es sieht unter anderem Garantien für Zelaya und seine Funktionäre bei der baldigen Rückkehr nach Honduras und eine Wiederaufnahme des Landes in die Organisation amerikanischer Staaten (OAS) vor. Ein weiterer Punkt der Übereinkunft ist das Ende der Verfolgung der Nationalen Widerstandsfront (FNRP) ihre Anerkennung als politische Kraft. Die FNRP hatte sich als Reaktion auf den Putsch im Juni 2009 gegründet.

Weitere Unterstützung auf dem Weg zur Anerkennung erhielt die De-facto-Regierung Porfirio Lobos auch bei einer Visite in Nicaragua ebenfalls am Sonntag. In der Hauptstadt Managua erklärten die Präsidenten der Länder des Zentralamerikanischen Integrationssystems (SICA) ihre Unterstützung für die Wiederaufnahme von Honduras in die OAS. Die Staatsoberhäupter von Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Costa Rica, Panama und der Dominikanischen Republik stimmten außerdem einer Rückkehr von Honduras in das Regionalbündnis SICA zu.

Für die Rechtsregierung Lobos bedeutet die internationale Unterstützung einen wichtigen Schritt zur Normalisierung nach dem Putsch vor knapp zwei Jahren. Ende Juni 2009 hatten rechtsgerichtete Politiker, Unternehmer und Militärs den damaligen Präsidenten Manuel Zelaya gestürzt. Ein großer Teil der lateinamerikanischen Staaten erkennt seitdem die De-facto-Regierung nicht an. Die OAS hatte Honduras nach dem Putsch ausgeschlossen und eine Rückkehr Zelayas nach Honduras zur Bedingung für eine Wiederaufnahme des zentralamerikanischen Landes gemacht.

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