Haiti: Senat fordert raschen Abzug der UNO-Truppe MINUSTAH

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MINUSTAH-Soldaten aus Uruguay
MINUSTAH-Soldaten aus Uruguay

Port-au-Prince. Der Senat in Haiti hat die UNO-Blauhelmtruppe MINUSTAH zum Abzug bis zum 15. Oktober aufgefordert. Mit dem Votum eskaliert ein Streit um die Militärmission in dem Karibikstaat weiter. So argumentierten die Senatsabgeordneten bei ihrer Aufforderung mit einem Skandal um sexuellen Missbrauch und körperliche Misshandlungen Minderjähriger durch MINUSTAH-Soldaten. Auch machten sie die UNO-Truppe für die Einschleppung einer Cholera-Epidemie verantwortlich, die tausenden Menschen das Leben gekostet hat. In beiden Fällen forderte der Senat nun in zwei Resolutionen Entschädigung von der UNO. Beide Anträge wurden ohne Gegenstimmen angenommen.

Die UNO-Mission sollte ursprünglich im Oktober um ein Jahr verlängert werden. Dagegen hatten sich vor allem soziale Organisationen, Jugendgruppierungen und linksgerichtete Bewegungen gewandt. Schon in den vergangenen Monaten waren bei Protesten gegen die MINUSTAH mehrere Menschen erschossen worden. Zuletzt waren UNO-Soldaten aus Uruguay abgezogen und in ihrem Heimatland inhaftiert worden, nachdem ein Handyvideo auftauchte, das sie bei Gewalttaten gegen Kinder zeigte.

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