Venezuela / Politik

Venezuela: Kontroverse um Schüsse auf Oppositionspolitikerin Machado

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Machado und Ex-US-Präsident Bush (2002)
Machado und Ex-US-Präsident Bush (2002)

Caracas. Nach dem mutmaßlichen Angriff auf eine Gruppe um die rechte Oppositionspolitikerin María Corina Machado in Venezuela hat die Betroffene schwere Vorwürfe gegen die Regierung erhoben. Diese sei offenbar nicht in der Lage, die Gewalt auf den Straßen in den Griff zu bekommen, sagte die von den USA finanzierte Politikerin, die zunächst nicht von einem politischen Hintergrund ausging.

Machado war am Samstag in dem mehrheitlich von linken Wählern bewohnten Viertel 23 de Enero unter dem Vorwand aufgetreten, ein Softball-Feld eröffnen zu wollen. Während eines Video-Interviews fielen plötzlich Schüsse, die Gruppe um Machado floh daraufhin. Nach unbestätigten Angaben soll eine Begleiterin Machados von einer Kugel am Kopf gestreift worden sein.

Während Machado aus dem Vorfall offenbar politisch Kapital zu schlagen versucht und eine Rückkehr in das "chavistische" Viertel ankündigte, äußerte ein Abgeordneter der regierenden sozialistischen Partei (PSUV), Freddy Bernal, seinerseits Kritik. Offenbar wolle Machado mit den Auftritten im linksdominierten Viertel 23 de Enero provozieren. Wenn er in dem Viertel Chacao auftreten würde, müsste er auch mit gewaltsamer Ablehnung rechnen, sagte Bernal. Chacao gehört zu den wohlhabenden Vierteln von Caracas und gilt als Zentrum der rechten Opposition.

Machado will die Medienaufmerksamkeit um den Zwischenfall offenbar tatsächlich nutzen, um ihre politischen Chancen vor den kommenden Wahlen 2012 zu verbessern. Derzeit werden der Kandidatin des Oppositionsbündnisses MUD selbst in den Vorwahlen dieser Allianz kaum Chancen für eine Präsidentschaftskandidatur gegeben. Nach einer aktuellen Umfrage der Firma International Consulting Services liegt sie mit nur 1,9 Prozent weit hinter den Oppositionspolitikern Leopoldo López (6,7 Prozent) und Pablo Pérez (11,3 Prozent).

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