Kuba / Deutschland / Wirtschaft

Niedersächsischer Minister zu Besuch in Kuba

Havanna. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) ist am Mittwoch gemeinsam in der kubanischen Hauptstadt Havanna eingetroffen. Gemeinsam mit einer 16-köpfigen Wirtschaftsdelegation führte er Gespräche über eine Intensivierung des Handelsaustauschs mit dem Karibikstaat. Die Bereiche Landwirtschaft, Lebensmittel sowie Medizin sollen dabei im Fokus der fünftägigen Reise stehen, welche die Delegation neben Havanna auch in die benachbarte Provinz Artemisa führen wird.

Es handelt sich bereits um den zweiten offiziellen Besuch einer deutschen Delegation innerhalb weniger Wochen auf Kuba. Zuvor hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages einige seiner Mitglieder zu Gesprächen nach Havanna entsandt. Hintergrund der verstärkten deutschen Bemühungen um eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen ist die Tatsache, dass die kubanische Regierung um eine Reformierung des wirtschaftlichen Systems der Insel bemüht ist. Diese würde ausländischen Investoren mehr Möglichkeiten für Investitionen bieten. Die deutsche Wirtschaft würde zudem davon profitieren, dass ihre Produkte in Kuba nicht zuletzt durch die einst engen Beziehungen zur DDR einen guten Ruf genießen.

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Die Konkurrenz aus den USA kann sich aufgrund der Blockadebestimmungen noch nicht auf dem kubanischen Markt engagieren. Für die Intensivierung der Zusammenarbeit deutscher Firmen mit Unternehmen aus Kuba sieht Lindemann hingegen keine Probleme durch die Bestimmungen der US-amerikanischen Gesetzgebung. Er verweist darauf, dass bereits einige niedersächsische Betriebe im Stallanlagenbau sowie in der Arzneibranche über gute Verbindungen zu Kuba verfügten. Diese müssten nun noch ausgebaut werden, so der Minister.

Besonders im Bereich der Landwirtschaft dürften sich auch künftig weitere Investitionsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen ergeben, da dieser Wirtschaftsbereich für die kubanische Regierung Priorität genießt. Er spielt eine Schlüsselrolle bei der von Präsident Raúl Castro Ruz eingeforderten und in die Wege geleiteten "Aktualisierung des ökonomischen und sozialen Modells".

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