Lage für Gewerkschaften in Kolumbien und Mittelamerika gefährlich

Bogotá. Nach Angaben des kolumbianischen Gewerkschaftsverbands Confederación Nacional Sindical sind aktive Gewerkschaftsmitglieder in Lateinamerika nach wie vor massiv gefährdet. Aus einem aktuellen Bericht des Verbandes geht hervor, dass Gewerkschafter gerade in Kolumbien den meisten Drohungen ausgesetzt sind. In zentralamerikanischen Ländern wie Guatemala, El Salvador, Honduras und Panama seien Übergriffe auf Arbeitervertreter in den letzten Jahren deutlich anstiegen.

Im Norden des amerikanischen Kontinentes weist die Lage nach Angaben des Berichts deutliche Unterschiede auf. In den USA und Kanada ist die Arbeitnehmerschaft durch ein kollektives Arbeitsrecht geschützt. Aber auch in Brasilien und Argentinien scheint die Lage verhältnismäßig besser.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

Laut Tarsicio Mora, dem Vorsitzenden der Vereinigten Arbeiterpartei Kolumbiens (Centra Unitaria de Trabajadores) werden arbeitsrechtliche Abkommen von Regierung und Unternehmen gleichermaßen eingehalten.

Die ansonsten bedrohliche Lage hat aber dazu geführt, dass es in Kolumbien und Zentralamerika kaum noch funktionierende Gewerkschaftsstrukturen gibt. Laut Mora wurden allein in Kolumbien bereits über 3.000 führende Gewerkschaftsfunktionäre umgebracht. Dementsprechend sind von den 20 Millionen Arbeitsfähigen im Lande nur 3,4 Prozent gewerkschaftlich organisiert.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr