Bolvien verstaatlicht Stromnetzbetreiber

La Paz. Präsident Evo Morales hat am 1. Mai die Verstaatlichung des bolivianischen Stromnetzbetreibers Transportadora de Electricidad (TDE) verkündet. Bolivien übernimmt damit die Kontrolle über die 73 Prozent des Stromnetzes des Landes, die bisher von dem Unternehmen betrieben worden sind. TDE ist eine Tochter des spanischen Stromversorgers Red Eléctrica de España (REE).

Morales sagte, der Staat übernehme das Unternehmen, da dieses nicht im Land investiert habe. Laut Energieminister Juan José Sosa befinden sich nun insgesamt 85 Prozent des bolivianischen Stromnetzes in staatlicher Hand. Kein Departement des Landes könne von der Versorgung abgeschnitten werden.

Nach der Verstaalichung des Unternehmens forderte Spaniens Botschafter in Bolivien, Ramón Santos, ein neues Gesetz zur Garantie von ausländischen Investitionen. Ebenso äußerte er seine Hoffnung, dass Bolivien den spanischen Konzern für den Verlust der spanischen Tochter entschädige. Dies ist im Verstaatlichungsdekret vorgesehen.

Morales sagte, dass beispielsweise die Interessen des spanischen Energiemultis Repsol YPF gewahrt blieben: "Wer in diesem Land investiert wird immer willkommen sein und seine Investitionen werden vom bolivianischen Volk als Partnerschaft verstanden werden."

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