Kolumbien / Politik

FARC bestätigen Gefangennahme von Romeo Langlois

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Kommandant Monazo von der 15. Front der FARC verliest das Kommuniqué
Kommandant Monazo von der 15. Front der FARC verliest das Kommuniqué

Bogotá. In einem am gestrigen Sonntag publizierten Video hat die kolumbianische Rebellenorganisation FARC die Gefangennahme des französischen Journalisten Romeo Langlois bestätigt. In der knapp dreiminütigen Aufnahme stellt sich in Anwesenheit von Journalisten und weiteren Rebellen ein führender Guerillero mit dem Namen Monazo vor. Er verliest ein Kommuniqué der ihm unterstehenden 15. Front des Südkommando der FARC vom 30. April. Darin wird geschildert, wie Langlois im Verlauf eines Gefechts mit der kolumbianischen Armee am 28. April in der Uniform des kolumbianischen Heeres aufgegriffen wurde. Er habe eine leichte Verletzung an einem Arm erlitten, die notwendige medizinische Hilfe erhalten und befände sich außer Gefahr.

Entgegen den Meldungen von einem Einsatz des Militärs gegen Drogenlabore berichtet Monazo von einem sechsstündigen Gefecht nach einem Angriff der Armee auf einen Stützpunkt der Guerillaorganisation. Dabei seien von Armeeseite Hubschrauber und Flugzeuge eingesetzt und Bombardierungen durchgeführt worden. Die Armee habe die Häuser der Zivilbevölkerung als "Schützengräben" benutzt.

Die sichere Identifizierung ihres Gefangenen sei durch befreundete Journalisten von Langlois gelungen. Damit, so Monazo auf Nachfrage eines anwesenden Journalisten, "erwarten wir eine baldigen Ausweg aus dieser Sackgasse".

Das aktuelle Video scheint eine telefonische Benachrichtigung durch die FARC kurz nach den Gefechten zu bestätigen, die in den Medien und von Staatsseite zunächst angezweifelt worden war. Eine Erklärung dafür, dass das Kommuniqué vom 30. April erst mit sechs Tagen Verspätung publik wurde, dürfte sein, dass Internetseiten der Rebellen seit Tagen gesperrt worden waren.

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