US-Kongressmitglieder fordern Aufklärung der LGBT-Morde

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Kundgebung zum Todestag des Aktivisten Walter Tróchez
Kundgebung zum Todestag des Aktivisten Walter Tróchez

Washington/Tegucigalpa. In einem offenen Brief haben 84 Mitglieder des US-Kongresses die US-Außenministerin Hillary Clinton gebeten, die honduranische Regierung zur Aufklärung über die Mordwelle gegen LGBT-Aktivisten in dem mittelamerikanischen Land zu drängen. Der Brief von Ende Juni nimmt Bezug auf einen Menschenrechtsbericht des US-Außenministeriums. Darin werden die honduranischen Sicherheitskräfte mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht, zugleich wird auf die starke Korruption und den Machtmissbrauch innerhalb der Polizei hingewiesen. Eine der gesellschaftlichen Gruppen, die davon besonders betroffen sind, ist die LGBT-Gemeinschaft (Lesbian, Gay, Bisexual und Trans).

Laut einem aktuellen Bericht der Organisation Catrachas wurden zwischen September 2008 und März 2012 75 Angehörige der LGBT-Gemeinschaft in Honduras ermordet. Vor allem in der Zeit nach dem zivil-militärischen Putsch Ende Juni 2009 sind die Übergriffe und Aggressionen gegen Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle stark angestiegen. Laut Zeugen und Opfern sind daran oftmals auch bewaffnete Organe des Staates beteiligt.

Die USA sowie auch die Europäische Union unterstützen den honduranischen Sicherheitsapparat mit technischer Ausstattung und bei der Ausbildung von staatlichen Polizei und Armee. Kritiker prangern immer wieder an, dass damit genau der Sektor unterstützt würde, der für eine Vielzahl von Menschenrechtsverletzungen im Land verantwortlich gemacht wird.

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