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Protest gegen Produktion von Agrartreibstoff in den USA

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Auto frisst Mais -- die Menschen hungern?
Auto frisst Mais -- die Menschen hungern?

Hamburg. Die in Hamburg ansässige Umweltschutzorganisation Rettet den Regenwald hat zu einer Protestaktion gegen die Förderung von sogenanntem Agrartreibstoff durch die US-Regierung aufgerufen. Die Produktion von Ethanol und anderen Agrartreibstoffen konkurriere direkt mit dem Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln, schreibt die Organisation. Zudem würde sämtlicher Agrosprit aus Nahrungsmitteln – Mais, Weizen, Zuckerrohr, Raps, Soja oder Ölpalme – hergestellt. Die Preise für Grundnahrungsmittel würden dadurch in die Höhe getrieben.

"Dennoch bezeichnen Politiker das System der hochindustrialisierten Landwirtschaft und die Produktion von Agrotreibstoffen als großen Erfolg", kritisiert Rettet den Regenwald. Sie ignorierten dabei die ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen: "Denn diese Form der Landwirtschaft ist unmittelbar auf den enormen Einsatz von fossilen Brennstoffen, Herbiziden, Pestiziden und Kunstdünger angewiesen. Die eingesetzten Chemikalien vergiften langanhaltend Gewässer und Böden."

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Die schlimmste Dürre seit 50 Jahren betreffe bereits 61 Prozent der Fläche der USA. In mehr als 1.000 Landkreisen wurde schon der Notstand ausgerufen. Auch in absehbarer Zeit ist kein Regen zu erwarten, stattdessen aber weiter steigende Temperaturen und Trockenheit. In den letzten Tagen bezifferte das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) die Ernteverluste allein beim Mais bereits auf 46 Millionen Tonnen. Verluste, die sich bei anhaltender Dürre bis Ende August verdoppeln bis verdreifachen könnten. "Schon jetzt schießen die Preise für Mais und Getreide an den Rohstoffbörsen in Rekordhöhen", schreibt die NGO.

In Ihrer aktuellen Studie "Bioenergie: Möglichkeiten und Grenzen" komme die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu dem Schluss, dass Bioenergie als nachhaltige Energiequelle auch für Deutschland Beitrag zur Energiewende leisten kann, heißt es in dem Protestaufruf weiterhin. In lateinamerikanischen Staaten ist die Verwendung von Lebensmitteln für die Treibstoffproduktion in den vergangenen Jahren verstärkt auf Widerstand getroffen.

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