Venezuela / Wirtschaft

Venezuela: Explosion in Ölraffinerie, Vorwürfe an Behörden

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Erdölraffinerie Amuay
Erdölraffinerie Amuay auf der Halbinsel Paraguaná im venezolanischen Bundesstaat Falcón

Caracas. Bei einer Explosion in der Ölraffinerie Amuay auf der Halbinsel Paraguaná im venezolanischen Bundesstaat Falcón sind 39 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende Menschen wurden nach Behördenangaben bei dem Unglück am frühen Samstagmorgen verletzt.

"Es hat ein Gas-Leck gegeben, dessen Ursache wir klären werden. Dieses Gas hat eine Wolke gebildet, die sich dann entzündete.Die Explosion setzte mindestens zwei Öltanks in Brand", sagte der venezolanische Energieminister und Präsident des venezolanischen Erdölunternehmens PdVSA, Rafael Ramírez, der sich sofort zum Unglücksort begab. 
Er erklärte, dass es sich um eine sehr heftige Explosion gehandelt habe, die bedeutende Schäden an der Infrastruktur und auch an Gebäuden gegenüber der Raffinerie verursacht hat. 
Es seien alle Maßnahmen ergriffen worden, um den Brand unter Kontrolle zu bringen und zu löschen, sagte Ramírez weiter und rief die Bevölkerung der Umgebung auf, Ruhe zu bewahren.

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Vizepräsident Elias Jaua informierte, dass sofort nach Bekanntwerden des Ereignisses ein Notfallplan aktiviert worden sei, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. 
"In Amuay sind schwere Schäden zu verzeichnen. Es gibt Menschen mit Verletzungen unterschiedlichen Schweregrades. Wir haben Hubschrauber für den Transport der Verletzten eingesetzt. Verstärkung für die medizinische Versorgung wird geschickt", schrieb Jaua in einem Eintrag auf seinem Twitter-Konto. 
Er fügte hinzu, dass die Streitkräfte Patrouillen in dem Gebiet durchführten und sich auch der Verteidigungsminister, General Henry Rangel, und der Kommandant der Nationalgarde bereits dort befänden.

Der Generalsekretär der Gewerkschaft der Erdölarbeiter Futpv, Iván Freites, erhob indes Vorwürfe gegen die Kontrollbehörden. Die Anlage in Amuay sei seit Jahren nicht hinreichend gewartet worden, zitieren venezolanische Medien den Funktionär. Inzwischen forderte der Verband die Ausrufung eines "operativen Notstandes" für die Erdölindustrie.

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