Venezuela / Politik

Venezuela: Der Mythos vom Wahlbetrug

Caracas. Das venezolanische Meinungsforschungsinstitut Datanálisis bewertet die Gerüchte um Wahlbetrug bei den Präsidentschaftswahlen vom 7. Oktober als einen "Mythos". Schließlich könne ein Stimmenraub nicht zu einem Vorsprung von 1,6 Millionen Wählern für den Kandidaten Hugo Chávez geführt haben, sagte der Leiter des Instituts, Luis Vicente León, am Montag.

Klagen wegen angeblichen "Stimmenraubs" aus Wahlbezirken, die von der Opposition dominiert sind, seien ein "urbaner Mythos". Darüber hinaus bedeuteten die Anschuldigungen aber auch "politischen Selbstmord" für die Opposition hinsichtlich der nächsten Regionalwahlen, so León.

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Nach Meinung Leóns hat die Diskussion ihre Ursachen in Spannungen innerhalb des Oppositionslagers. Die Betrugsanzeigen seien eher als Attacken auf "interne Widersacher" in der Opposition zu sehen, als auf Präsident Chávez. León versicherte, Chávez sei der unzweifelhafte Gewinner der Präsidentschaftswahlen.

Angesichts der bevorstehenden Regionalwahlen am 16. Dezember riet León der Opposition, ihre Ressourcen nicht auf den Nachweis für einen angeblichen Wahlbetrug zu verwenden, sondern sich wieder einem politischen Diskurs zuzuwenden. "Wenn die oppositionelle Basis sich von jenen mitreißen lässt, die den Wahlkampf mit Anschuldigungen zum Stimmenraub führen wollen, werden die Regionalwahlen vernichtend sein", meinte León.

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