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Mercosur: Paraguay bleibt politisch und wirtschaftlich isoliert

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Flagge des Mercosur
Flagge des Mercosur

Asunción. Paraguay bleibt nach dem Putsch gegen den Ex-Präsidenten Fernando Lugo im Juni dieses Jahres politisch und wirtschaftlich isoliert. Somit wird das Land am Mittwoch nicht wie geplant die halbjährige Präsidentschaft über den 44. Gipfel des südamerikanischen Handelsbündnisses Mercosur in Brasília übernehmen. Der "Gemeinsame Markt des Südens" hatte die Beteiligung Paraguays in den Mercosur-Gremien nach der Machtübernahme des De-facto-Präsidenten Federico Franco suspendiert. Den Vorsitz, der in alphabetischer Reihenfolge alle sechs Monate wechselt, wird nun Uruguay einnehmen. Die regierungsnahe Tageszeitung ABC aus Asunción hatte daraufhin am vergangenen Sonntag die "Ausgrenzungspolitik" der Nachbarstaaten Paraguays kritisiert.

Zudem veröffentlichte der paraguayische Verband der Transportunternehmer (Agetrapar) einen Bericht, in dem sie einen angeblichen Plan der argentinischen Regierung verurteilt, den Außenhandel Paraguays zu "ersticken". Dies werde begleitet von einer Serie neuer Bestimmungen, die für 95 Prozent der nationalen Transportunternehmen kaum umsetzbar seien, hieß es von dieser Seite.

Die argentinische Regierung beabsichtigt das Niveau der Sicherheitsrichtlinien für Containertransporte anzuheben. Es wird vermutet, dass gefälschte und geschmuggelte Ware über Transportwege durch Paraguay in die Mercosur-Mitgliedstaaten eingeführt wird. Paraguay sieht die neuen Maßnahmen als direkten Versuch, das Land aus dem Warenverkehr des Mercosur auszuschließen.

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