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Kolumbianische Friedensgespräche in Havanna vertagt

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Rebellen der FARC-Guerilla
Rebellen der FARC-Guerilla

Havanna. Die FARC-Guerilla und die kolumbianische Regierung haben in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt gegeben, dass die Friedensgespräche, die offiziell am 15. November in ihre dritte Runde gehen sollten, auf den 19. November vertagt wurden.

Als Grund wurden Unstimmigkeiten bei den bereits laufenden Vorbereitungsgesprächen über die Mechanismen zur Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Friedensverhandlungen genannt. Während die Delegation der FARC auf eine direkte Partizipation der Zivilgesellschaft im weiteren Verhandlungsverlauf besteht, verneinen die Regierungsvertreter dies. Sie schlagen eine indirekte Partizipation mittels einer für diesen Zweck eingerichteten Website vor. Die verbleibenden Tage sollen nun genutzt werden, um in diesem Punkt zu einer Einigung zu kommen.

Themen der Verhandlungen in Havanna sind die fünf in der Dialogagenda vereinbarten Punkte. Als erstes wird ab dem 19. November die Forderung nach einer umfassenden landwirtschaftlichen Entwicklungspolitik verhandelt werden.

Inzwischen hat auch die ELN-Guerilla ihre Bereitschaft erklärt, sich am Friedensdialog zu beteiligen. Die Rebellen teilten unlängst mit, dass sie eine Verhandlungskommission gebildet hätten, um Vorgespräche mit der Regierung durchzuführen. Präsident Santos lehnte die Veröffentlichung der Mitteilung der ELN ab und bat diese Guerilla um "Diskretion". Eine mögliche Annährung solle zunächst nicht vor den Augen der Öffentlichkeit passieren, deutete Santos an.

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