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Paraguays Bauernverband protestiert gegen Folgen von Pflanzengift

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Agrargifte bedrohen die Gesundheit von Mutter und Kind
Agrargifte bedrohen die Gesundheit von Mutter und Kind

Asunción. Der Nationale Bauernverband Paraguays (FNC) hat eine gestiegene Anzahl von Fehlgeburten und Krankheiten bei Landarbeiterinnen durch die Verwendung von gesundheitsschädigenden Pflanzengiften auf den Sojafeldern beklagt. Nach Angaben des FNC, der 30.000 Bäuerinnen und Bauern vertritt, zwingt die gegenwärtige Situation viele Familien dazu, ihre Arbeit aufzugeben, um ihre Kinder zu schützen.

Nach Angaben des stellvertretenden Generalsekretärs des Verbandes, Marcial Gómez, kommen entsprechende Berichte über Gesundheitsprobleme aus mehreren Dörfern der Landkreise Canindeyú und San Pedro. In diesen Gegenden werden tausende Hektar für den Sojaanbau genutzt. Unternehmer und Großgrundbesitzer lassen das Pflanzengift großflächig durch Flugzeuge versprühen.

Abgesehen von den Fehlgeburten klagen viele Bewohner der Dörfer über Kopfschmerzen, Übelkeit und Allergien. Einige Kinder leiden auch unter Brechreiz, berichtete Gómez.

Durch die Berichte wird die Aufmerksamkeit erneut darauf gelenkt, dass in Paraguay genetisch modifiziertes Saatgut verwendet und Pflanzengifte von der multinationalen Firma Monsanto gekauft werden.

Der FNC kündigte an, dass die Aktionen gegen großflächige Besprühungen und die fehlende Kontrolle der Regierung, die die schädlichen Auswirkungen auf die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und die Landbevölkerung ignoriert, fortgesetzt werden.

In Paraguay wird seit der Amtsenthebung des linksgerichteten Präsidenten Fernando Lugo im Sommer 2012 noch stärker auf Gentechnik gesetzt. Die amtierende De-facto-Regierung unter Federico Franco plant die Unterzeichnung neuer Abkommen über den Import von transgenem Saatgut.

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