Honduras: Mordanklage gegen Putschisten

Menschenrechtsorganisationen zeigen Exmachthaber Micheletti und Exgeneral Vásquez Velásquez an

17741_1.jpg

General Vásquez Velásquez (mi.), Micheletti (re.)
General Vásquez Velásquez (mi.), Micheletti (re.)

Tegucigalpa. Der ehemalige honduranische Diktator Roberto Micheletti und der Exoberbefehlshaber der Streitkräfte,  Romeo Vásquez Velásquez, wurden am vergangenen Donnerstag vor der honduranischen Sonderstaatsanwaltschaft für Menschenrechte wegen Mordes, Folter und illegalen Verhaftungen angezeigt.

Die Anzeige wurde von dem Zentrum für Forschung über und Förderung der Menschenrechte in Honduras (CIPRODE), der Bewegung für Würde und Gerechtigkeit (MADJ) und der religiösen Gruppierung ERIC-SJ eingereicht.

Die Gruppierungen bezichtigen Micheletti und Vásquez Velásquez des Mordes, der Folter und/oder illegalen Verhaftung in 349 Fällen bei Erwachsenen und weiteren 43 bei Minderjährigen.

Die Delikte wurden nach Angaben der Kläger im Juli 2009 im Departement El Paraíso verzeichnet, unmittelbar nach dem Putsch gegen die Regierung von Präsident Manuel Zelaya.

Die Anzeige richtet sich auch gegen die führenden Generäle Luis Javier Prince, Miguel Ángel García, Juan Pablo Rodríguez und Venancio Cervantes, sowie den Exverteidigungsminister Adolfo Leonel Sevilla, und den ehemaligen Sicherheitsminister der Regierung, Jorge Rodas Gomero.

Die Organisationen beantragen nun Haftbefehle gegen die Beschuldigten.

Nach Angaben des Direktors von CIPRODEH, Wilfredo Méndez, erklärte die Anzeige mit "systematischen und zahlreichen Menschenrechtsverletzungen" während der Ausgangssperren, die von dem Putschregime im Departement El Paraíso verhängt wurden.

Micheletti stand dem De-facto-Regime vor, das nach dem von General Vásquez Velásquez durchgeführten Putsch in Honduras eingesetzt wurde. Die honduranische Sonderstaatsanwaltschaft für Menschenrechte hat sich zu der Klage bislang nicht geäußert.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr