Venezuela / Umwelt

Venezuela forstet auf

Umweltprogramm der Regierung pflanzte in vier Jahren 42 Millionen Bäume und forstete 34.000 Hektar Landfläche auf. Fünf Millionen neue Bäume in 2010

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Der venezolanische Umweltmininster Alejandro Hitcher bei einer Pflanzaktion im Juni 2010
Der venezolanische Umweltmininster Alejandro Hitcher bei einer Pflanzaktion im Juni 2010

Caracas. Trotz einer massiven Dürreperiode im Jahr 2010 wurden durch das Aufforstungsprogramm "Misión Árbol" fünf Millionen Bäume in Venezuela angepflanzt. Dies erklärte am Montag der venezolanische Umweltmininster Alejandro Hitcher in einer Pressemitteilung. Beteiligt an der Initiative der venezolanischen Regierung waren über 5.000 lokale Umweltkomitees mit etwa 50.000 Aktivisten. Auch die Gemeinden und Stadtteilräte waren in das Programm eingebunden. Ziel der 2005 ins Leben gerufenen Misión Àrbol ist neben der Schaffung von Grünflächen in Gemeinden und Stadtteilen in erster Linie der Schutz von Wasserquellen, Flußläufen und Böden in Erosionsgefahr.

Im Bundesstaat Mérida wurden durch die Misión Àrbol die Flußläufe des Río Chama aufgeforstet um Schlammlawinen während der Regenzeit an den Rändern des Gebirgsflusses aufzuhalten und erodierte Böden zu stabilisieren. Im Hochland des Andenbundesstaates dient das ehrgeizige Aufforstungsprogramm ebenso der Bekämpfung der Bodenerosion. Durch den in den 60er Jahren im Zuge von internationalen Entwicklungsstrategien angesiedelten intensiven Weizenanbau wurden die Steilhänge des venezolanischen Andenhochlandes fast vollständig gerodet. Die sensible fruchtbare Humusschicht wurde innerhalb weniger Jahrzehnte auch durch Einsatz chemischer Düngemittel abgetragen. Ein Großteil der ehemals durch traditionellen Kartoffelanbau in Terrassen genutzten Anbauflächen sind heute unfruchtbar.

Durch Aufforstung und die Aufschichtung von Kompost sollen innerhalb der Misión Arbol die Böden wieder aufgebaut werden. Zusammen mit der Universität der Anden (ULA), dem staatlichen agrarwirtschaftlichen Forschungsinstitut (INDER) und einem Programm zum Umweltschutz der Vereinten Nationen (PNUMA) sollen extensive, bodenschonende Anbaumethoden für heimische Kartoffelarten wieder etabliert werden.
 
Nahe der Hauptstadt Caracas wurde nach Angaben des Umweltminsters in diesem Jahr durch die Misión Árbol der angrenzenden Nationalpark "Waraira Repano" aufgeforstet und erweitert. Hauptziel sei die Verbesserung der Luftqualität der 4 Millionen Einwohner zählenden Stadt. 307.000 unterschiedliche Bäume und Pflanzen habe das Umweltministerium nach eigener Aussage in der wichtigsten "Grünen Lunge" der Hauptstadt angesiedelt. Insgesamt wurden durch die Misión Árbol seit 2006 42 Millionen Bäume auf 34.000 Hektar Landfläche aufgeforstet. 

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