Kolumbien / Politik / Militär

Zwei weitere Soldaten von FARC freigelassen

Kolumbianische Guerilla hält ihre Versprechen: innerhalb einer Woche sechs festgehaltene Sicherheitsbeamte und Politiker übergeben

gefangenenfreilassung.jpg

die Freigelassenen mit der humanitären Kommission bei ihrer Ankunft in Cali
die Freigelassenen mit der humanitären Kommission bei ihrer Ankunft in Cali

Bogotá. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) sind die bisherigen FARC-Gefangenen Salín Sanmiguel und Guillermo Sólorzano auf dem Flughafen in der südwestlichen Stadt Cali eingetroffen, berichtet der lateinamerikanische Nachrichtensender Telesur. Die kolumbianischen Soldaten waren zuvor von der FARC-Guerilla an eine humanitäre Kommission übergeben worden. Wie bei früheren Operationen stellte Brasilien den Hubschrauber für den Transport der Freigelassenen und der humanitären Kommission. Dieser gehören unter anderem die linke Politikerin Piedad Córdoba und Vertreter des Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) an.

Die kolumbianische Regierung hatte am Dienstag einem zweiten Versuch der Gefangenenübergabe zugestimmt, nachdem sie am Sonntag wegen schlechten Wetterbedingungen nicht durchgeführt werden konnte.

In der vergangenen Woche hatten die FARC bereits an verschiedenen Tagen zwei entführte Lokalpolitiker, einen Soldaten sowie einen Polizisten ohne Gegenleistung freigelassen. Die Guerilla will damit den Friedensprozess im Bürgerkriegsland Kolumbien wiederbeleben. Im Dezember letzten Jahres hatte die FARC die Freilassung von fünf Gefangenen angekündigt, die von der Guerilla zwischen 2007 und 2009 gefangen genommen wurden.

Hernando Gómez von der an der Freilassung beteiligten Organisation "Kolumbianer und Kolumbianerinnen für den Frieden" betonte in einem Interview  mit dem lateinamerikanischen Nachrichtensender Telesur, dass das Ziel der Freilassungen die Beendigung des Bürgerkrieges in dem südamerikanischen Land sei. Sie seien nicht Mittel zum Zweck, sondern sollten den Friedensprozess wiederbeleben, der seit Jahren brach liegt.

Präsident Santos zeigte sich laut Medienberichten ablehnend: "Die Freilassungen sind nicht ausreichend". Er verlange viele weitere. Die FARC hält derzeit noch mindestens 15 Polizisten und Militärangehörige gefangen. Hernando Gómez von den "Kolumbianer und Kolumbianerinnen für den Frieden" zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die FARC die einseitigen Freilassungen fortsetzen werde. Die Guerilla erhofft sich dadurch Verhandlungen mit der Regierung über einen Gefangenenaustausch.

In Kolumbien schwelt sein Jahrzehnten ein sozialer und bewaffneter Konflikt, der sich vor allem an der Landfrage entzündete. Neben der FARC kämpft die kleinere und ebenfalls linksgerichtete ELN gegen Regierung, Militär und rechte Paramilitärs.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr