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Fidel Castro warnt vor Intervention in Libyen

Kubas ehemaliger Staatschef verweist auf wirtschaftliche Interessen der USA. Venezuela weist externen Einfluss auf Situation in Tripolis zurück
Fidel Castro

Fidel Castro: NATO bald in Libyen?

Quelle: Prensa Latina

Havanna/Caracas/Tripolis. Der ehemalige kubanische Staats- und Regierungschef Fidel Castro hat vor einer Intervention des Westens in Libyen gewarnt. "Man kann mit (Muammar) al-Gaddafi einverstanden sein oder nicht", schrieb der 84-jährige in einem Kommentar, der heute in der kubanischen Tagespresse erschien: "Für mich steht es aber außer Zweifel, dass den USA keinen Deut am Frieden in Libyen gelegen ist und dass sie nicht zögern werden, der NATO den Befehl zum Einmarsch in dieses reiche Land zu geben". Ein solcher Schritt könne womöglich "binnen Stunden oder weniger Tage erfolgen", so Castro, der wegen der unklaren Lage in dem nordafrikanischen Erdölstaat zur Vorsicht mahnt.

In dem Text liefert der kubanische Revolutionsführer einen Abriss der Kolonialgeschichte Libyens, das sich 1951 als erstes afrikanisches Land nach dem Zweiten Weltkrieg vom Kolonialismus befreit hat. Bei der Revolution 1969 habe sich ihr Anführer Muammar al-Gaddafi auf die Ideen des progressiven ägyptischen Staatschefs Gamal Abdel Nasser berufen, erinnert Castro, der zudem auf die massiven Erdölvorkommen in Libyen verweist.

Zuvor hatte Venezuelas Außenminister Nicolás Maduro Gerüchte seines rechtsgerichteten britischen Amtskollegen William Hague dementiert, al-Gadaffi habe Zuflucht in Venezuela gesucht. Auch Castro wies die entsprechende Erklärung nun als "Lüge mit perfiden Hintergedanken" zurück.

Zuvor hatte Maduro erklärt, er bete, "dass das libysche Volk eine friedliche Lösung seiner Probleme erreicht (...) ohne imperialistische Einmischung zuzulassen".

Nach Angaben des staatlichen nicaraguanischen Internetportals "El 19" hat der Präsident dieses mittelamerikanischen Landes, mit seinem libyschen Amtskollegen telefoniert. Dies habe Ortega bei einer politischen Veranstaltung im nicaraguanischen Nquinohomo erklärt, heißt es in dem Text. Während Vertreter Kubas und Venezuelas von einer direkten Parteinahme absahen, erklärte Ortega, Gaddafi versuche "in einer chaotischen Situation (...) die Einheit der Nation zu verteidigen".

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