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25.03.2011 Kuba / Soziales

Mehr Internet für Kubas Schulen

Kubanisches Bildungssystem rüstet sich für Anschluss an Hochgeschwindigkeitsinternet. Schrittweise Digitalisierung des Bildungsangebots
Iván Barreto, Direktor des Nationalen Institutes für Bildungsinformatik in Kuba

Iván Barreto, Direktor des Nationalen Institutes für Bildungsinformatik in Kuba

Quelle: rnv.gov.ve

Havanna. Wenige Monate vor der Inbetriebnahme des aus Venezuela kommenden Unterwasser-Glasfaserkabels arbeiten die Bildungs- und Erziehungsinstitute des Landes verstärkt am Aufbau digitaler Bildungsangebote. Das neue Kabel soll die karibische Insel an das weltweite Hochgeschwindigkeitsinternet anschließen. Bislang ist in Kuba aufgrund der US-amerikanischen Blockadegesetzgebung lediglich der Gebrauch des Internets über langsame und kostspielige Satellitenverbindungen möglich, die eine umfangreiche Nutzung im Bildungsbereich wesentlich erschwert haben.

Wie der Direktor des Nationalen Institutes für Bildungsinformatik, Iván Barreto, gegenüber Pressevertretern mitteilte, konzentrieren sich die Bemühungen einer Digitalisierung des Bildungsangebotes momentan vor allem auf den Ausbau des Internetportals www.cubaeduca.cu. Das Bildungsportal, welches bereits online ist, soll Schülern und Lehrern Studieninhalte digital vermitteln. Da momentan allerdings erst 518 der insgesamt 11.000 kubanischen Schulen an das Internet angeschlossen sind, haben bislang erst etwa 260.000 Schüler sowie knapp 22.000 Lehrer Zugang zu den entsprechenden Bildungsangeboten.

Nach Einschätzung von Iván Barreto dürfte sich diese Situation aber mit der Inbetriebnahme des venezolanischen Glasfaserkabels entscheidend ändern. Das Kabel wird eine Steigerung der Internetgeschwindigkeit um das dreitausendfache bei gleichzeitiger Kostenreduzierung möglich machen, so Barreto. Ohne großen technischen Mehraufwand dürften dann zunächst die 6.000 bereits mit Telefonanschlüssen ausgestatteten Schulen ans Netz gehen können, um die neuen pädagogischen Möglichkeiten der kubanischen und ausländischen Bildungsportale zu nutzen.

Dem Zugute kommt die Tatsache, dass alle Schulen des Landes zusammen über 100.000 Computer verfügen und somit jedes Klassenzimmer auf mindestens einen Rechner zurückgreifen kann. Was die Vernetzung und technische Ausstattung der übrigen Schulen angeht, zeigte sich Barreto zuversichtlich, zumal der Bildungssektor eine herausragende Stellung genießt. Heute umfasst er mehr als zwei Millionen Schüler sowie 250.000 Lehrer und Erzieher.

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