Bildungsproteste in der Dominikanischen Republik

"Alianz für würdige Bildung" fordert auf Protestmarsch Einhaltung der verfassungsrechtlichen Vorgabe bei Bildungsausgaben

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Marcha Digna
Soziale Bewegungen fordern die Einhaltung eines 4-prozentigen Anteils der Bildungsausgaben am BIP des Landes

Santo Domingo. Eine breite Allianz aus Studierenden, Schülern, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen hat am Montag in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik für eine Erhöhung

der Bildungsausgaben des Landes demonstriert. Auf ihrem Protestzug von der Autonomen Universität Santo Domingo (UASD) zum Platz der Unabhängigkeit forderten mehrere Tausend Demonstranten die Einhaltung des in der Verfassung festgelegten Anteil der Bildungsausgaben von vier Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Zudem forderten das Bündnis "Allianz für eine würdige Bildung" die Abschaffung von Bildungsschranken, kostenlose Bildung für Alle und die Verbesserung von Studien- und Lehrbedingungen.

Nach Angaben der Allianz sind elf Prozent der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen des Landes vom Bildungssystem ausgeschlossen. "Wir demonstrieren für die 363.000 Schülerinnen von sechs bis 17 Jahren die keinen Zugang zum Bildungssystem haben und fordern den Bau von 10.000 neuen und die Instandsetzung weiterer 12.000 Schulen um das Recht aller Dominikaner auf eine zwölfjährige Schulzeit zu garantieren", hatte das Bildungsbündnis deshalb zum Auftakt der Demonstration erklärt.

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Die Vorsitzende des Bündnisses, die Ex-Präsidentin des Zusammenschlusses Dominikanischer Professoren (ADP), Maria Teresa Cabrera, erklärte im Anschluss an die Demonstration, dass die bisher im Haushalt veranschlagten 2,5 Prozent für Bildungsausgaben dem Willen der Bevölkerung widersprächen und zudem einen klaren Verfassungsbruch bedeuteten.

An dem Demonstrationsaufruf hatten sich neben Studierendengruppen und Gewerkschaften auch Unternehmensvertreter und politische Parteien beteiligt. Max Puig, Präsidentschaftskandidat der Mitte-Links-Partei "Allianz für die Demokratie" und Julián Serulle, Kandidat der Linkspartei Frente Amplio nahmen an der Demonstration teil. Zudem unterstützten Soziale Bewegungen und Studierendengruppen weltweit die Forderungen der Allianz mit Demonstrationen vor dominikanischen Botschaften in insgesamt 35 Ländern.

Im lateinamerikanischen Vergleich gilt die Dominikanische Republik als Land mit einem der geringsten Bildungsausgaben pro Kopf. Die im Jahr 1997 verfassungsrechtlich eingeführte Vorgabe eines Anteils von vier Prozent am BIP wurde bisher von der Regierungen des Landes weit unterschritten. 2011 lag der Anteil gerade mal bei 1,9 Prozent. Das Protestbündnis geht davon aus, dass mehr als zwei Millionen Schüler der Pimär- und Sekundarschule ohne Klassenräume und Bildungsmittel auskommen müssen. Das Weltwirtschaftsforum in Davos hatte die Primärbildung in der Dominikanischen Republik in einem 2011 erschienenen Ranking weltweit vor dem Yemens und Agolas auf dem drittletzten Platz eingestuft.

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