International

Söldner landen in Venezuela

Per Computer und Spielkonsole werden neue Feindbilder geschaffen

Köln. In Venezuela haben Rebellen eine pro-westliche Regierung gestürzt und drohen den USA mit dem Einsatz von Atomwaffen. Die US-Regierung engagiert zwei Spezialagenten, die das verhindern sollen. Es handelt sich um den Scharfschützen Graves und den Nahkampfexperten Long. Beide operieren ohne offiziellen Auftrag. Sollten sie gefaßt werden, würde Washington jegliche Verbindung zu ihnen verneinen.

Noch ist das geschilderte Szenario nur ein Schauplatz neben Afrika und Russland, den die Spieler des neuen Taktik-Shooter-Spiels "Conflict: Denied Ops" aufsuchen können. Der Titel ist Programm. Er lautet entschlüsselt: "Konflikt: Verneinte Operationen". Das Game soll am 12. Februar 2008 in den USA erscheinen. Es wird auf PC, Xbox 360 und PlayStation3 spielbar sein.

2005 erschien mit "Mercenaries 2: World in Flames" ein PC-Spiel, wo man in die Rolle eines Söldner schlüpft, der sich auf dem Schwarzmarkt mit High-Tech-Waffen versorgt. Zu seinen Einsatzszenarien gehört ebenfalls Venezuela, wo ein "machthungriger Tyrann sich in die Ölversorgung einmischt und eine Invasion anzettelt, die Venezuela in eine Kriegszone verwandelt."

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Im selben Jahr erschien eine Fortsetzung des PC-Spiels "Rainbow". Es handelt sich hierbei um eine internationale Anti-Terror-Einheit, die ihm Dienste der UNO steht. Die Truppe hat der US-amerikanische Schriftsteller und Sachbuchautor Tom Clancy erfunden und in seinen Romanen eingehend beschrieben. Das Szenario sieht so aus: Im Jahr 2007 befinden sich die USA in einer Krise, die durch ein Ölembargo verursacht wurde. Die Lage wird durch Terroranschläge gegen US-Interessen und ihre Bürger verschärft. "Auch Venezuela, das die USA mit Öl versorgt, wird ein Ziel dieser Angriffe", heißt es in der Ankündigung des Spiel. Das Rainbow-Team soll die Lage retten.

Die Szenarien der drei Games entsprechen zwar nicht der aktuellen Situation in Venezuela, wohl aber der Ausgangslage eines Sandkastenspiels, das die NATO auf den Computern des spanischen Luftwaffen-Oberkommandos im Mai 2001 durchspielen ließ. Es hieß Operación Balboa und ging von folgender Lage aus: Rebellen besetzen die ölreichen Gebiete Venezuelas und erpressen die Regierung in Caracas. Parallel dazu greifen sie Bürger und Interessen der USA in dem südamerikanischen Land an. Da die Rebellen die UN-Resolutionen ignorieren, bitten die Vereinten Nationen die NATO, in Venezuela militärisch einzugreifen. Über den Ausgang des NATO-Planspiels ist nur bekannt, daß es mit dem Abschuß des Fliegers endete, in dem der Rebellenführer saß. Die venezolanische Tageszeitung "Últimas Noticias" machte die Operation Balboa 2004 publik. Sie schrieb, die Operation Balboa sei der Plan B gewesen, falls der für 2002 geplante Putsch gegen Chávez gescheitert wäre und dieser sich in den ölreichen Westen Venezuelas zurückgezogen hätte.

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