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Unabhängiger von USA

Ecuador und Venezuela beginnen Bau einer gemeinsamen Groß-Raffinerie. Kooperation soll auch auf andere Wirtschaftsbereiche ausgeweitet werden

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Freuen sich über Kooperation: Chávez und Correa

El Aromo. Venezuela und Ecuador wollen gemeinsam die größte Ölraffinerie an der südamerikanischen Pazifikküste bauen. Damit wolle man die Abhängigkeit von US-Raffinerien verringern, erklärte Venezuelas Präsident Chávez am Dienstag (Ortszeit) bei der Vorstellung des Projekts mit seinem ecuadorianischen Kollegen Rafael Correa.

Der venezolanische Staatskonzern PDVSA besitzt bisher mehrere Raffinerien in den USA, hat jedoch kaum Verarbeitungskapazitäten in der Region. Früher war die Politik des Konzerns fast ausschließlich auf den US-Markt ausgerichtet gewesen. Die Partner-Länder wollten die Ölverarbeitung jedoch lieber in Anlagen in ihrer Region vornehmen, statt Raffinerien in den USA zu besitzen, sagte Chávez.

Venezuelas staatlicher Ölkonzern PDVSA und das ecuadorianische Staatsunternehmen Petroecuador wollen für den Bau der Raffinerie in El Aromo in der ecuadorianischen Küstenprovinz Manabi 6,6 Milliarden US-Dollar ausgeben. Mehrheitseigner wird Petroecuador mit 51 Prozent der Anteile. PDVSA erhält die restlichen 49 Prozent.

Die Anlage soll nach Fertigstellung im Jahr 2013 300.000 Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Rohöl am Tag verarbeiten. Damit spare Ecuador 3 Milliarden US-Dollar im Jahr, die es derzeit noch für Ölimporte ausgeben muss, sagte Correa.

Auch mit anderen Staaten Lateinamerikas hat Venezuela Gemeinschaftsprojekte zum Bau von Raffinerien. In Brasilien befindet sich ein Kooperationsprojekt bereits im Bau. Auch in Nicaragua soll eine Raffinerie entstehen. Mit mehreren anderen Ländern der Region steht Caracas ebenfalls in Verhandlungen über eine Zusammenarbeit bei der Ölverarbeitung. Chávez betonte in Ecuador, sein Ziel sei, "Energiesicherheit für alle Menschen des (südamerikanischen) Kontinents" zu gewährleisten.

Venezuela hat Ecuador über die Zusammenarbeit im Energiesektor hinaus auch Kooperationen bei der Stahl-Produktion und der Telekommunikation angeboten. In beiden Bereichen hat Venezuela neue Staatskonzerne aufgebaut.


Quellen:

Bildquelle: Efraín González, Prensa Presidencial Venezuela

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