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02.03.2008 Ecuador / Kolumbien

Bogotá provoziert den Krieg

Nach Grenzverletzung durch kolumbianische Armee drohen Ecuador und Venezuela mit Konsequenzen
Bogotá provoziert den Krieg

Reagiert entschieden auf Provokation: Chávez am Sonntag in "Aló, Presidente"

Bogotá/Caracas. Nach der Ermordung eines hochrangigen Kommandanten der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) durch die Armee des südamerikanischen Landes spitzt sich die Lage in der Region zu. Sowohl Ecuador als auch Venezuela drohten der rechtsgerichteten Regierung von Präsident Alvaro Uribe in Bogotá mit ernsthaften Konsequenzen. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass die kolumbianische Luftwaffe Angriffe auf ecuadorianisches Territorium geflogen hatte. Offenbar sind auch Soldaten des Heeres illegal in das Nachbarland eingedrungen.

Nach Angaben südamerikanischer Medien war der 59-jährige Kommandant und Sprecher der FARC, Raúl Reyes, bei dem Angriff in der Nacht zum Sonntag zunächst nur leicht verletzt worden und konnte nach einer ersten Angriffswelle zusammen mit weiteren Rebellen über die nahe Grenze nach Ecuador flüchten. Wie die argentinische Tageszeitung Clarín berichtet, sei er dort von kolumbianischen Soldaten aufgespürt und exekutiert worden. Schon am Sonntagmorgen hatte Bogotás Außenminister Juan Manuel Santos erklärt, die Leichen von Reyes und anderen Rebellen seien "nach Kolumbien gebracht worden, damit sie nicht der FARC in die Hände fallen".

Die Präsidenten von Ecuador und Venezuela, Rafael Correa und Hugo Chávez, protestierten scharf gegen die Intervention Kolumbiens im Nachbarland. Beide Staaten zogen ihre Botschafter aus Kolumbien ab. Während Correa eine eingehende Untersuchung anordnete und "ernsthafteste Konsequenzen" nicht ausschloss, rief Chávez die lateinamerikanischen Staaten zum Protest auf. In seiner wöchentlichen Sendung "Aló, Presidente" verkündete er am Sonntag nachmittag (Ortszeit) zudem eine Teilmobilmachung der venezolanischen Truppen. Er ließ zehn Bataillone und Panzerbrigaden an die Grenze zu Kolumbien verlegen. Zuvor hatte er seinen Amtskollegen Uribe gewarnt. Eine ähnliche Aktion wie an der Grenze zu Ecuador würde von Venezuela als Kriegsgrund gewertet werden.

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