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14.05.2008 Deutschland / Venezuela

"Angela Merkel spricht nicht für die EU"

Erklärung der venezolanischen Regierung zu dem Disput zwischen der deutschen Kanzlerin und Hugo Chávez
"Angela Merkel spricht nicht für die EU"

"Angela Merkel spricht nicht für die EU"

Caracas. Wenige Tage vor der Ausrichtung des 5. Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika, der Karibik und der Europäischen Union - ein Treffen, das den respektvollen Dialog zwischen den Staaten beider Regionen ohne Ausnahmen vertiefen soll - erklärte die Bolivarische Republik Venezuela zu den unfreundlichen Äußerungen der Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Angela Dorothea Merkel, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa über den legitimen Präsidenten der Republik folgendes:

Die Bolivarische Republik Venezuela ist zunächst erstaunt darüber, dass die deutsche Kanzlerin unmittelbar vor ihrem Besuch in unserer Region und dem Gipfeltreffen in Lima mit Präsident Chávez einen der demokratischen Staatschefs Lateinamerikas angreift. Ihre Äußerungen berühren nicht nur die bilateralen Beziehungen, sie stehen auch im Widerspruch zu der Absicht der deutschen Regierung, die freundschaftlichen Bande mit den Staaten Lateinamerikas und der Karibik enger knüpfen zu wollen.

Die Bolivarische Republik Venezuela hat in ihren Beziehungen zu Deutschland stets Respekt walten lassen. Sie bittet deswegen auch die Bundesrepublik Deutschland um ein entsprechendes Verhalten.

Die Bolivarische Republik Venezuela lässt sich nicht zu feindseligen Äußerungen gegenüber einem Mitglied der Europäischen Union hinreißen, wenn es seine Beziehungen zu dieser Region verbessern will. Die Bundesrepublik Deutschland ist eingeladen, diesem Beispiel zu einem Zeitpunkt zu folgen, in dem sie die Beziehungen zu Lateinamerika und der Karibik ausbauen will.

Zugleich weist die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela die Regierung der Bundesrepublik Deutschland unter anderem auf die Prinzipien der Gleichheit und Nichteinmischung hin. Sie sind Voraussetzung dafür, dass sich die bilateralen, biregionalen und internationalen Beziehungen in einem Klima der Höflichkeit, des Dialogs und des Verständnisses entwickeln.

Schließlich erinnert die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela die Regierung der Bundesrepublik Deutschland daran, dass Venezuela weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart ein Unruhefaktor in Lateinamerika, Europa oder der Welt gewesen ist. Es ist beruhigend zu wissen, dass Kanzlerin Merkel nicht die einzige Stimme in der Europäischen Union ist und dass ein einzelnes Land weder die Beziehungen zwischen Venezuela und der Europäischen Union noch die biregionalen Beziehungen belasten kann.

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13.05.2008 Nachricht von Gerhard Dilger