Venezuela / Politik

Venezuela: Schlechte Gewinner

Nach dem Wahlsieg der rechten Opposition greifen deren Anhänger die Sebstverwaltungsinitivativen und die sozialen Projekte an

Caracas. In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es in Venezuela zu mehreren Zwischenfällen, als Anhänger und Funktionäre der verschiedenen rechten Oppositionsparteien versuchten, die Häuser der Volksmacht und Module des Gesundheitsprogrammes Barrio Adentro zu räumen. Betroffen von den Angriffen waren auch Bildungsreinrichtungen der bolivarischen Regierung in Staaten, in denen die Opposition am Sonntag die Gouverneurswahlen gewann.

"Jeder Versuch die Errungenschaften zurückzudrehen, die die Bevölkerung erkämpft hat, wird zu Konflikten führen, denn das Volk ist organisiert", warnte der unterlegene Kandidat der Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV), Jesse Chacón. Am Sonntag haben in Venezuela sechs verschiedene Oppositionsparteien jeweils einen Bundesstaat gewonnen. Am Dienstag versuchten Anhänger der rechtsradikalen Partei Primero Justicia (Gerechtigkeit Zuerst) im Bundesstaat Miranda die Gesundheitsposten der Mision Barrio Adentro zu stürmen.

Auch im Bundesstaat Carabobo kam es zu Mobilisierungen der Rechten gegen das Gesundheitsprogramm der Bundesregierung. Der dortige Kandidat der PSUV, Mario Silva, rief die Bevölkerung auf, die Gesundheitsposten zu verteidigen: "Wir fordern den gewählten Gouverneur Henrique Salas Feo auf, dass er seine parafaschistischen Gruppen zurückpfeift." Im Bezirk Sucre der Hauptstadt Caracas drohten am gleichen Tag Anhänger von Primero Justicia damit, die Gebäude der autonomen Stadtteilräte zu räumen.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

Im Bundesstaat Zulia randalierten mutmaßliche Anhänger der Partei UNT (Eine Neue Ära) in der Gemeinde Colón und plünderten vier Läden. Bei der Randale wurden zehn Personen verhaftet und acht weitere verletzt. Die Wahl in der Gemeinde hatte die PSUV mit einem knappen Ergebnis für sich entscheiden können, während die UNT den Gouverneursposten des Bundesstaates gewann.

In Caracas riefen die Mitarbeiter des städtischen Fernsehsenders Avila TV die Bevölkerung dazu auf, den Sender, der den bolivarischen Prozess unterstützt, zu verteidigen. Während des Wahlkampfes für das Oberbürgermeisteramt hatte der spätere Sieger, Antonio Ledezma von der Opposition, angekündigt, dass ein eigenes Team die Sendeanlagen übernehmen werde.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr